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Naturheilmittel: Warum die Kamille nicht gerettet werden muss

Eine Frage hat die deutsche Internet-Gemeinde in den letzten Wochen massiv beschäftigt: Werden Naturheilmittel durch eine neue EU-Richtlinie illegal? Nein, sagt unser Autor und erklärt, warum eine Online-Petition gegen die Richtlinie völlig überflüssig ist.

Was auf der Wiese wächst, ist von der neuen Regelung gar nicht betroffen. Quelle: dpa
Was auf der Wiese wächst, ist von der neuen Regelung gar nicht betroffen. Quelle: dpa

Seit einigen Wochen machen im Internet Kettenbriefe und Foreneinträge die Runde, die zur Unterzeichnung einer Online-Petition des deutschen Bundestags aufrufen. Laut dieser Petition soll es durch eine neue EU-Richtlinie ab April 2011 unmöglich werden, Naturheilmittel und Heilkräuter frei und ohne Zulassung zu verkaufen.

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"Was einfach in der Natur wächst, ist illegal", so der empörte Tenor. Damit sollen die Profite der Pharmaindustrie gesichert werden, in deren Augen "sanfte Naturheilmittel" unerwünscht seien, da nicht patentierbar und damit unprofitabel. Im Petitionsforum ereifert man sich daran, dass Bananen, Kräutertees und Körperpflegeprodukte illegalisiert werden sollen.

Das klingt völlig absurd - und ist es auch: Ganz offensichtlich haben weder die Petenten noch die Mitzeichner verstanden, worum es in der EU-Richtlinie 2004/24/EG eigentlich geht. Diese wurde, nebenbei bemerkt, bereits 2005 mit der 14. Novelle des deutschen Arzneimittelgesetzes in nationales Recht umgesetzt (Paragraphen 39a-d und141 AMG).

Die Richtlinie, die also ein ganz alter Hut ist, dient laut Titel zur Harmonisierung des EU-Verhältnisses von "Humanarzneimittel[n] hinsichtlich traditioneller pflanzlicher Arzneimittel". Was Arzneimittel sind, steht im Arzneimittelgesetz - Lebensmittel, Medizinprodukte oder Kosmetika gehören nicht dazu. Was es mit den "traditionellen pflanzlichen Arzneimitteln" auf sich hat, und was harmonisiert werden soll, erfährt man bereits auf den ersten Seiten der Richtlinie.

Dort liest man, dass die Regulierung dieser traditionellen Arzneimittel bislang von den Nationalstaaten ganz unterschiedlich gehandhabt wurde, wodurch einerseits Wettbewerbsverzerrungen entstehen könnten und andererseits Qualität, Unbedenklichkeit und Wirksamkeit nicht immer gegeben seien. Durch die Richtlinie sollen dies europaweit vereinheitlicht und damit verbessert werden.

Die Richtlinie bezieht sich außerdem ausschließlich auf sogenannte Fertigarzneimittel, die industriell produziert und abgepackt werden. Sogenannte Rezepturarzneien, die grundsätzlich keinen Zulassungsprozess durchlaufen müssen und frisch in der Apotheke angerührt werden, sind von der Regelung überhaupt nicht betroffen. Und auch nicht die Kräuter, die auf der Wiese wachsen, denn diese sind schlicht keine Arzneimittel - und erst recht keine Fertigarzneimittel.

  • 27.04.2011, 14:44 UhrAnonymer Benutzer: Fred

    Hallo HIV-Leugner und Chemo-Therapie-Besserwisser,

    zur Info:

    der Begriff „Personalausweis“ ist kein Ausweis für Mitglieder des Personals (also der gegen Entgelt beschäftigten), sondern enthält die Personalien einer Person.

  • 13.11.2010, 05:56 UhrAnonymer Benutzer: Sven

    "man kann als Patient mit Fug und Recht fordern, dass diese Produkte ordnungsgemäß auf Sicherheit und Wirksamkeit geprüft werden."
    ich finde es schlimm, dass Patienten, die Medikamente nutzen, die von "offizieller" Seite "ordnungsgemäß" geprüft wurden, anderen Patienten, die andere Mittel nutzen möchten verbieten (wollen). Ja, ich bin Asthmatiker. Ja, ich komme gut klar mit meinen Naturprodukten ohne Cortisonnebenwirkungen. Nein, 30 Jahre gibt es die ses Mittel nicht - für die vereinfachte Zulassung.

  • 12.11.2010, 22:40 UhrAnonymer Benutzer: Lieber Herr Ballaschk,

    sie sind kein deutscher Staatsbürger, genauso wenig wie ich einer bin. Aus diesem Grund haben Sie auch einen "Personal"-Ausweis. Nur eine Firma hat "Personal", ein richtiger Staat hat bürger. Das ist kein Witz! Recherchieren Sie bitte wenn Sie das nicht glauben.

    in der Tat enthält mein Kommentar mehr Angriffe als ihr offizieller "Handelsblatt-Kommentar". Aber er enthält auch konstruktive Kritik. Und hierauf gehen Sie auch in ihrem Kommentar Nr. 5 nicht ein.

    Noch etwas. Das mit die Tödlichkeit der "Chemo-Therapie" und des Medikaments "AZT" ist auch sehr ernst gemeint. Auch hier hilft viel eigene Recherche, doch hierzu haben viele von uns keine Zeit, denn wir rennen absichtlich immer schneller in einem uns hingestellten Hamsterrad.

    ich möchte frei wählen können welche Naturheilmittel ich mir kaufen kann, doch dieser Markt wird ausgetrocknet werden. Und bitteschön, lasst doch die Leute in Ruhe, die so etwas machen möchten, und die sich für so etwas interessieren. 95% der Menschen schlucken doch bestimmt die Chemie von big-Pharma, und der Rest, der ist so bedeutend dass man ihn vor den bösen Naturkräuter-Mixen, auch in Form von Tees, schützen muss.

    Danke trotzdem für ihre Antwort auf meinen Kommentar.

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