Medizin

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Neue Untersuchung: Arsen-Werte im Bier sinken

Es gibt keinen offiziellen Grenzwert für Arsen im Bier, doch der Nachweis sorgte für Aufruhr. Laut einer aktuellen Untersuchung sinken die ohnehin geringen Werte: Lange vor einer Arsen- droht eine Alkoholvergiftung.

Bier wird in Deutschland nach Reinheitsgebot gebraut - und enthält trotzdem oft Arsen. Das Schwermetall gerät etwa beim Filtrieren in den Gerstensaft. Münchner Forscher geben nach Untersuchungen von rund 150 Biersorten Entwarnung. Quelle: dpa
Bier wird in Deutschland nach Reinheitsgebot gebraut - und enthält trotzdem oft Arsen. Das Schwermetall gerät etwa beim Filtrieren in den Gerstensaft. Münchner Forscher geben nach Untersuchungen von rund 150 Biersorten Entwarnung. Quelle: dpa

MünchenBier wird in Deutschland nach Reinheitsgebot gebraut – und enthält trotzdem oft Arsen. Das Schwermetall gerät etwa beim Filtrieren in den Gerstensaft. Münchner Forscher geben nach Untersuchungen von rund 150 Biersorten Entwarnung: Die Werte lägen mit bis zu 24 Mikrogramm pro Liter zwar teils über dem WHO-Richtwert für Trinkwasser von 10 Mikrogramm, der in Deutschland als Grenzwert gilt.

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In vielen Ländern werde dies bei Wasser aber überschritten, sagte Mehmet Coelhan vom Forschungszentrum Weihenstephan für Brau- und Lebensmittelqualität der Technischen Universität München in Freising. Bei Bier gebe es keine Grenzwerte. Zudem sinken seit Beginn der Untersuchungen die Arsenspuren in den betreffenden Biere.

Die größten Bierbrauer weltweit

  • Platz 10

    BGI / Groupe Castel (Frankreich)

    Das französische Traditionsunternehmen BGI / Groupe Castel verkauft nicht nur Bier, sondern auch Wein und Soft Drinks. Insbesondere in Afrika sind die Franzosen mit ihren Marken Castel und Flag gut aufgestellt.

    Ausstoß (Mio. hl): 28,4

    Marktanteil: 1,4 Prozent

    Quelle: Barth-Report 2013/2014

  • Platz 9

    Kirin (Japan)

    Die Japaner haben durchaus Sinn für ausgefallene Bierkreationen, entwarfen vor wenigen Jahren ein Frozen Beer. Obwohl die Brauerei, die zum Industriekonglomerat Mitsubishi gehört, ihre Vormachtstellung auf dem Heimatmarkt vor zehn Jahren an Asahi abtreten musste, ist sie global führend.

    Ausstoß (Mio. hl): 49,3

    Marktanteil: 2,5 Prozent

  • Platz 8

    Beijing Yanjing Beer Company (China)

    Yanjing ist der Durchstarter in Asien. In rasantem Tempo hat sich das Kleinunternehmen zu einem mächtigen Konzern im asiatischen Raum entwickelt. Die Gründung der Brauerei liegt nur gut 30 Jahre zurück.

    Ausstoß (Mio. hl): 57,1

    Marktanteil: 2,9 Prozent

  • Platz 7

    Molson-Coors (USA/Kanada)

    Die Erfinder des Dosenbiers sind auch international längst eine Größe. 2012 übernahm das Unternehmen die tschechische Brauereigruppe StarBev, zu der auch Staropramen gehört. Dadurch gehören die Amerikaner vor allem in Osteuropa zu den führenden Brauern.

    Ausstoß (Mio. hl): 59,7

    Marktanteil: 3 Prozent

  • Platz 6

    Tsingtao Brewery (China)

    Die Chinesen haben ihren Einfluss in den letzten Jahren kontinuierlich ausgebaut. Als einer der Hauptsponsoren der olympischen Spiele von 2008 in Peking hat sich Tsingtao fest etabliert. Bereits seit 1972 vertreibt die Firma ihre Produkte auch in den USA.

    Ausstoß (Mio. hl): 78,3

    Marktanteil: 4 Prozent

  • Platz 5

    China Resources Breweries (China)

    Dieses Unternehmen setzt auf Kompetenz aus Europa: Das Joint Venture aus dem chinesischen Unternehmen CR Enterprise und SAB-Miller aus Großbritannien produziert die Marke „Snowbeer“ für den chinesischen Markt. Und das durchaus erfolgreich. Wächst die Marke weiter wie bisher, dürfte bald im Ranking aufsteigen.

    Ausstoß (Mio. hl): 117,1

    Marktanteil: 5,9 Prozent

  • Platz 4

    Carlsberg (Dänemark)

    Die Dänen haben sich längst von einer regionalen Marke zum Global Player entwickelt. Zu Carlsberg gehören auch die deutsche Kultmarke Astra sowie Lübzer und Holsten.

    Ausstoß (Mio. hl): 119,7

    Marktanteil: 6,1 Prozent

  • Platz 3

    Heineken (Niederlande)

    Die Welt trinkt Heineken, möchte man meinen. Die Marke hat sich international längst etabliert. Heineken ist auch an den deutschen Marken Kulmbacher und Paulaner beteiligt.

    Ausstoß (Mio. hl): 178,3

    Marktanteil: 9 Prozent

  • Platz 2

    SABMiller (Vereinigtes Königreich)

    Die britische Brauerei ist berühmt-berüchtigt für das „Miller“. Die ur-amerikanische Marke gehört seit 2002 zum SAB-Miller-Konzern und hat sich die australische Traditionssorte Foster's einverleibt.

    Ausstoß (Mio. hl): 187,4

    Marktanteil: 9,5 Prozent

  • Platz 1

    Anheuser-Busch InBev NV/ SA (Belgien)

    Der amerikanisch-belgisch-brasilianische Brauriese kann seinen Marktenteil sogar weiter steigern. Mittlerweile stammt jedes fünfte Bier, das weltweit verkauft wird, aus dem Konzern. Die bekannteste deutsche Marke im Portfolio ist Beck's.

    Ausstoß (Mio. Hektoliter): 399

    Marktanteil: 20,2 Prozent

Die Gefahr einer Vergiftung durch Alkohol sei größer als durch Arsen. „Durch übermäßigen Alkoholgenuss hat man unangenehmere Folgen“, sagte Coelhan, der am Sonntag bei einem Kongress der amerikanischen Chemie-Gesellschaft in New Orleans die seit mehreren Jahren laufenden Studien zusammenfasst. „Man darf Bier nicht mit Trinkwasser vergleichen.“ Von letzterem werde viel mehr getrunken.

Auch in ausländischen Bieren fanden verschiedene Studien Arsen, die Werte waren teils höher als in deutschen Bieren. Arsen werde beim Filtrieren aus der als Filterhilfsstoff verwendeten Kieselgur ausgeschwemmt. Es stamme aus den Schalen fossiler Kieselalgen. Bei unfiltrierten Bieren – wie einigen Weißbieren – seien Arsenspuren weniger wahrscheinlich. Das Arsen kann auch über das Wasser ins Bier geraten. Oft werde das Wasser eigens aufbereitet. „Trinkwasserqualität genügt vielen Brauereien nicht.“

Gesundheit und Ernährung

Als vor Jahren erste Nachweise von Arsen die Biertrinker schockten, starteten der Deutsche und der Bayerische Brauerbund ein Programm, um den Arsengehalt zu überwachen. Sie ließen das fertige Bier, aber auch Rohstoffe und Kieselgur regelmäßig untersuchen. „Dadurch kommen die Kieselgur-Lieferanten unter Druck“, sagte Coelhan. Der Arsengehalt der Biere sei seit Beginn der Untersuchungen vor etwa drei Jahren gesunken. „Die Brauereien sind sensibilisiert – und sie sind auch bereit, hier Geld auszugeben.“

Die Brauer registrieren auch selbst Verbesserungen. „Wir kontrollieren im Monitoring auch andere Schwermetalle wie Blei, Quecksilber und Cadmium, die wie Arsen in Spuren durch die Rohstoffe ins Bier gelangen können“, sagte der Geschäftsführer des Bayerischen Brauerbunds, Walter König. „Die Analysen ergaben im Gegensatz zu früher in den vergangenen Monaten keine Richtwertüberschreitung.“

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Das Magazin „Öko-Test“ hatte 2009 Biere geprüft und dabei ebenfalls Spuren von Arsen nachgewiesen. Diese seien aber als unbedenklich einzustufen, hieß es damals – „Öko-Test“ bewertete damals alle 46 geprüften deutschen Biere als empfehlenswert.

Arsen wurde schon früh als Pestizid, Mordgift, aber auch Arzneimittel verwendet. Es soll unter anderem als Lungenheilmittel, Fiebersenker und sogar als Aphrodisiakum sowie zur Leistungssteigerung eingesetzt worden sein. Bis heute enthalten Medikamente Arsen, besonders Krebsmittel. Arsenvergiftungen gehen mit Krämpfen, Übelkeit und Durchfall einher und können zum Tod führen - bei Dosen im zweistelligen Milligrammbereich.

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