Medizin

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Norovirus: Duell mit dem perfekten Virus

Wissenschaftler haben erste experimentelle Impfstoffe gegen das gefährliche Norovirus entwickelt. Doch trotz solcher Erfolge dürfte der Weg zum endgültigen Sieg über diesen nahezu perfekten Erreger noch lang sein.

von Lars Fischer Quelle: Spektrum.de
Elektronenmikroskopische Aufnahme von Noroviren. Das Virus gilt als perfekter, weil leicht übertragbarer und schwer zu bekämpfender Krankheitserreger. Quelle: dpa
Elektronenmikroskopische Aufnahme von Noroviren. Das Virus gilt als perfekter, weil leicht übertragbarer und schwer zu bekämpfender Krankheitserreger. Quelle: dpa

HeidelbergEs hat schon seine Gründe, weshalb Experten das Norovirus als den perfekten Krankheitserreger bezeichnen – es ist widerstandsfähig, hochinfektiös und zwingt seine Opfer, enorme Mengen Viruspartikel vehement in der Umwelt zu versprühen. Wenn es erst einmal da ist, breitet es sich rasant aus, besonders dort, wo viele Menschen auf engstem Raum wohnen. In Krankenhäusern und Pflegeheimen genauso wie in Kasernen und auf Kreuzfahrtschiffen.

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In Großbritannien infizierte der Erreger, der beim Menschen zu schwerem Brechdurchfall führt, diesen Winter bereits weit über eine Million Menschen. Weltweit, so schätzen Experten, tötet er vor allem in den Entwicklungsländern jährlich 200.000 Kinder unter fünf Jahren.

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Ebenfalls weltweit arbeiten deshalb Wissenschaftler mit Hochdruck an einem Impfstoff. Doch das erweist sich als ausgesprochen schwierig. Noroviren sind, wie andere RNA-Viren auch, extrem vielseitig. Sie teilen sich in fünf große Gruppen auf, von denen drei auch Menschen infizieren. Innerhalb dieser wiederum kennt man 25 Genotypen, von denen immer neue Stämme auftauchen – ein Muster, das man unter anderem vom Influenzavirus kennt, dessen Erbgut ebenfalls aus RNA besteht.

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Die Mehrheit der Norovirus-Infektionen beim Menschen geht auf Viren der Gruppe GII zurück, und seit Mitte der 1990er Jahre ist vor allem der Genotyp GII.4 durch Pandemien auffällig geworden: Alle zwei bis vier Jahre tritt ein neuer Stamm dieses Subtyps auf den Plan und löst größere Ausbrüche aus – in diese Kategorie fällt auch das derzeit kursierende Virus.

  • 20.01.2013, 12:37 Uhrhafnersp

    Wenn wir Glück haben, ist dieser Artikel nur dem harmlosem Marketing der Pharma- und Impfstoff-Hersteller geschuldet, die mal wieder auf ihre sicherlich hervorragende Arbeit hinweisen wollen.
    Aber, in unserer heutigen Medienwelt gilt: Argus-Auge sei wachsam! Wird hier schon wieder die nächste "Pandemie" medial vorbereitet? "Katzengrippe" und "Hundegrippe" wären, glaube ich, noch frei, der Rest der Haus- und Nutztiere dürfte mittlerweile ausgeschöpft sein.
    Die kürzlich aufgekommene US-Ostküsten-Grippe scheint es jedenfalls nicht zu sein, es sei denn sie beschleunigt ein bischen und geht in die Welt.
    Wir werden sehen!

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