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Notfallmedizin: Künstliche Lunge rettet Leben

Bei einem Herzinfarkt zählt jede Sekunde. Um Patienten schneller mit Sauerstoff versorgen zu können, haben Forscher und Medizintechnikhersteller mobile Herz-Lungen-Maschinen entwickelt, die sogar in Rettungswagen eingesetzt werden können.

von Dietrich von Richthofen

BERLIN. Die neuen Geräte können zwar weniger als vergleichbare stationäre Geräte, dafür sind sie tragbar, leichter zu bedienen, passen in den Notarztwagen und können sogar im Rettungshubschrauber mitfliegen. Herzchirurgen und Kardiologen glauben, dass die mobilen Lebensretter die Sterblichkeit bei Herz-Kreislauf-Versagen erheblich mindern können. Sie gehen davon aus, dass der flächendeckende Einsatz der mobilen Geräte jeden zweiten Todesfall durch Herzversagen verhindern könnte.

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Vor allem der Herzinfarkt gehört in den westlichen Industrienationen zu den häufigsten Todesursachen. Aber auch die Lunge kann versagen, etwa wenn ein Blutgerinnsel ein Blutgefäß verstopft. In beiden Fällen ist bei der Behandlung Eile geboten, denn wenn Herz oder Lunge aussetzen, wird der Körper nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt, erklärt der Herzchirug Uwe Mehlhorn von der Uniklinik Mainz. Je länger der Sauerstoffmangel anhalte, desto größer sei die Wahrscheinlichkeit, dass der Patient sterbe oder bleibende Schäden davontrage.

"Hier kommt die mobile Herz-Lungen-Maschine ins Spiel", erklärt Mehlhorn. Die Patienten müssen nicht mehr unter Reanimation in spezialisierte Zentren transportiert werden, sie können vor Ort an die mobile Herz-Lungen-Maschine angeschlossen werden, sei es am Unfallort oder im Krankenhaus. Die Schläuche werden über Blutgefäße in der Leiste an den Kreislauf des Patienten angeschlossen, das Gerät übernimmt augenblicklich die Funktion von Lunge und Herz. Spezielle Pumpen bewegen das Blut durch die Gefäße, eine Membran aus winzigen Röhrchen trennt das schädliche Atemgas CO2 ab und reichert das Blut mit Sauerstoff an.

Sobald der Patient an dem Gerät angeschlossen ist, ist die Gefahr gebannt - die Mediziner können ihn in aller Ruhe untersuchen und behandeln. Der Einsatz im Rettungswagen ist zurzeit allerdings noch Zukunftsmusik. Momentan kommen die Geräte lediglich an einzelnen Kliniken beim Transport von Intensivpatienten oder als Standby-Retter bei komplizierten Herz-OPs zum Einsatz - immer betreut von Kardiotechnikern, die auf die Bedienung von Herz-Lungen-Maschinen spezialisiert sind.

"Entscheidend für den breiten Einsatz ist vor allem die Bedienerfreundlichkeit der Geräte", sagt Volker Fischer, Kardiotechniker an der Universität Würzburg. Darauf hat seiner Meinung nach besonders die bayerische Medizintechnikfirma Lifebridge bei der Entwicklung ihres gleichnamigen Geräts geachtet. Beim Anschließen wird der Mediziner durch ein Menü geführt, das die entscheidenden Schritte in punkto Sicherheit abfragt, bevor sich das Gerät aktivieren lässt. Zahlreiche automatisierte Sicherheitsvorrichtungen verhindern, dass Luft oder Fremdpartikel in den Blutkreislauf des Patienten gelangen. Dadurch könne Lifebridge auch ohne spezialisierten Kardiotechniker schnell und sicher eingesetzt werden.

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