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Pandemrix: 130 Millionen teurer Schweinegrippe-Impfstoff verbrannt

Deutschland gab Millionen für den Schweinegrippe-Impfstoff Pandemrix aus. Doch die große Nachfrage blieb aus. Das Mittel wurde zum Flop - und landet jetzt als Müll im Heizkraftwerk.

Kartons mit dem Schweinegrippe-Impfstoff Pandemrix in einem Müllheizkraftwerk. Ein großer Teil des vor rund zwei Jahren von den Bundesländern gekauften Impfstoffs wird dort verbrannt. Quelle: dpa
Kartons mit dem Schweinegrippe-Impfstoff Pandemrix in einem Müllheizkraftwerk. Ein großer Teil des vor rund zwei Jahren von den Bundesländern gekauften Impfstoffs wird dort verbrannt. Quelle: dpa

MagdeburgUm den Abfall, der im Müllheizkraftwerk Rothensee landet, schert sich normalerweise kein Mensch. Am Dienstag dagegen herrscht auf dem Gelände im Norden von Magdeburg der Ausnahmezustand. Rund zwei Dutzend Journalisten haben sich am Morgen auf der Anlage neben der Elbe versammelt. Denn in dem rund 40 Meter hohen Brennofen wird an diesem Tag nicht nur gewöhnlicher Hausmüll verheizt - sondern einer der größten Flops in der deutschen Gesundheitsgeschichte: der Schweinegrippe-Impfstoff Pandemrix.

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196 Paletten mit insgesamt 16 Millionen Impfdosen sind es, die hier bis Mittwochmittag nach und nach vernichtet werden. Bis vor kurzem wurden sie zentral von den Bundesländern gelagert. Nun ist das Haltbarkeitsdatum abgelaufen. Der Impfstoff, für den die Länder einst 130 Millionen Euro zahlten, geht jetzt bei 1000 Grad in Flammen auf. Da fallen die 14.000 Euro Verbrennungskosten - Magdeburg machte das günstigste Angebot - nicht mehr groß ins Gewicht.

Vor zwei Jahren wäre dieses Szenario undenkbar gewesen. Als im Frühjahr 2009 der Virus H1N1 von Mexiko über die Welt zog, bekamen es die Menschen überall mit der Angst zu tun. Fußballstadien blieben leer, Schulen wurden geschlossen. Wer öffentlich hustete wurde misstrauisch beäugt. Spätestens als die Weltgesundheitsorganisation (WHO) die Krankheit im Juni zur globalen Pandemie erklärte, rief die ganze Welt nach einem Impfstoff, der den Erreger stoppen könnte.

Auch die deutschen Bundesländer orderten vorab Millionen Impfdosen beim britischen Pharmakonzern Glaxosmithkline (GSK). Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) trieb den Bestellprozess voran. Erklärtes Ziel der Regierungschefin: Jeder, der es will, soll sich vor der neuen Grippe schützen können. Die Operation Schweinegrippe sollte damit zur größten Impfaktion in der Geschichte der Bundesrepublik werden.

  • 30.11.2011, 04:18 Uhrgast

    Meines Wissens war zu dieser Zeit Ulla Schmidt Gesundheitsminister.

  • 30.11.2011, 02:13 UhrAnonymer Benutzer: exFDPler

    Gesundheitsminister Philip Roesler

    Damit niemand vergisst, wer zu diesem Zeitpunkt Drahtzieher und Lobbypolitiker war!

  • 29.11.2011, 22:29 UhrAnonymer Benutzer: goldhamster

    Wir brauchen eine komplette Systemänderung, sonst kriegt man den Tumor nicht weg.

    wissensmanufaktur dot net

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