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Regenerative Medizin: Heilung aus der Stammzelle

Anders als die Arzneimitteltherapie setzt die regenerative Energie, das Extrembeispiel der personalisierten Medizin, nicht auf der biochemischen Ebene an, sondern auf der Ebene von Zellen oder kompletten Organen.

Eine OP-Schwester greift nach dem OP-Besteck. Quelle: dpa
Eine OP-Schwester greift nach dem OP-Besteck. Quelle: dpa

Krankheiten versucht sie durch die Wiederherstellung funktionsgestörter Körperteile oder Zellen zu heilen. In der medizinischen Praxis spielt die regenerative Medizin heute vor allem bei der Organtransplantation eine Rolle. Sollten sich die Visionen und Hoffnungen der Zellforscher bestätigen, könnte im Laufe der nächsten Jahrzehnte jedoch der biologische Ersatz von zerstörten Zellen oder Organen viel stärker in den Vordergrund rücken. Zwei Strategien reifen dabei in den Labors heran: zum einen der Ersatz von Organen mit nachgezüchtetem Gewebe, zum anderen die gezielte Anregung körpereigener Regenerations- und Reparaturprozesse.

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Dass solche Konzepte im Prinzip funktionieren, zeigen erste Erfolge von Unternehmen wie der Berliner Codon AG, die Knorpelimplantate aus körpereigenen Zellen von Patienten züchtet, oder der Weinheimer Biotechfirma Cytonet, die Leberzellen als Ersatz für Transplantationsorgane entwickelt. Sowohl mehrere Erwachsene als auch Kinder wurden inzwischen bereits mit diesen Zellen behandelt. Klinische Studien laufen nicht nur in Deutschland, sondern auch in Italien und den USA.

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Ein anderes Erfolgsbeispiel für die Zelltherapie lieferte die US-Firma Dendreon mit ihrem Medikament Provenge. Dabei handelt es sich um Immunzellen, die dem Patienten entnommen werden, im Reagenzglas gegen Prostatakrebs-Zellen aktiviert und anschließend wieder zurücktransplantiert werden.

Die Ambitionen der Zelltherapeuten reichen aber noch viel weiter. Sie setzen dabei nicht zuletzt auf die Vielseitigkeit von Stammzellen. Eine große Hoffnung besteht darin, mit Hilfe dieser Zellen abgestorbenes Nervengewebe zu regenerieren. Forscher des Fraunhofer-Instituts für Zelltherapie berichten von erfolgreichen Tierversuchen im Bereich der Schlaganfallbehandlung. Die Behandlung mit Stammzellen beseitigte zum Beispiel neurologische Ausfallerscheinungen bei Schafen innerhalb weniger Tage.

Auf der Suche nach neuen Optionen für Querschnittsgelähmte und Schlaganfallpatienten wurden in den USA inzwischen auch bereits erste Tests mit Stammzellen an Menschen durchgeführt. Auf dem Weg in die medizinische Praxis müssen diese Therapiekonzepte noch einen besonders weiten Weg zurücklegen. Aber auch hier gilt: Die ersten Schritte sind getan.

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