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Therapie für Schlaganfall-Patienten: Das Hirn knüpft neue Verbindungen

Jedes Jahr erleiden Tausende von Menschen einen Schlaganfall in Deutschland, zwei Drittel von ihnen tragen Behinderungen davon. Eine implantierte Elektrode hilft nach einem Schlaganfall, Lähmungen von Händen oder Armen schneller zu überwinden.

"Viele Menschen schrecken vor einem Eingriff am Gehirn zurück." Foto: dpa Quelle: dpa
"Viele Menschen schrecken vor einem Eingriff am Gehirn zurück." Foto: dpa Quelle: dpa

BERLIN. Eine auf die Hirnrinde gesetzte Elektrode soll die Behandlung von Schlaganfall-Patienten verbessern. Ziel des Verfahrens ist es, Lähmungen der Hand oder des Arms schneller zu beseitigen. Zum Einsatz kommt der vom US-amerikanischen Medizintechnikhersteller Northstar Neuroscience entwickelte Chip nun am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE). Kortikale Stimulation heißt die Methode. "Wir hoffen nachweisen zu können, dass diese Stimulation in Verbindung mit Physiotherapie zu einer deutlichen Verbesserung der motorischen Funktionen führt und somit die Lebensqualität der Patienten nachhaltig steigern kann", sagt Christian Gerloff, Direktor der Klinik und Poliklinik für Neurologie des UKE.

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In Deutschland sind Schlaganfälle laut Statistischem Bundesamt die dritthäufigste Ursache für Behinderungen und vorzeitige Invalidität im Erwachsenenalter. Zwar erholen sich einige der 200 000 jährlich neu erkrankten Patienten vollständig von dem Hirnschlag, doch zwei Drittel tragen teilweise schwere Behinderungen davon, für die nur mühsam eine Besserung erreicht werden kann.

Laut der Organisation European Heart Network sind den Gesundheitssystemen der Europäischen Union durch Schlaganfälle allein im Jahr 2006 Kosten in Höhe von mehr als 18 Mrd. Euro entstanden. Forscher arbeiten seit Jahren an neuen Methoden für eine verbesserte Rehabilitation.

Die Hirnstimulation zielt auf die äußere Schicht des Gehirns, weil dort viele neurologische Funktionen ausgelöst werden. Dazu setzen Ärzte mit einem minimalinvasiven Eingriff eine briefmarkengroße Elektrode auf die Großhirnrinde des Patienten. Der Chip sendet anschließend kurze elektrische Impulse aus. Den Takt gibt ein zuvor in den Brustkorb implantiertes Gerät vor.

Zum Einsatz kommt die Stimulation der Hirnrinde, während die Schlaganfallpatienten eine Physiotherapie absolvieren. Die Wissenschaftler wollen auf diese Weise anregen, dass andere Gehirnzellen die Funktion der während des Schlaganfalls abgestorbenen Zellen übernehmen.

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