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Schneller schlau: Warum geraten Heuschrecken ins Schwärmen?

Kannibalen auf Wanderschaft – Schneller schlau entführt Sie in die Welt des Wissenswerten.

Das Schwarmtier Heuschrecke ist eigentlich ein Einzelgänger. Quelle: ap
Das Schwarmtier Heuschrecke ist eigentlich ein Einzelgänger. Quelle: ap

Wer jemals Bilder eines wandernden Heuschreckenschwarms gesehen hat, mag kaum glauben, dass die Insekten mit dem furchteinflößenden Appetit eigentlich Einzelgänger sind. Doch Heuschrecken meiden wo immer es geht den allzu engen Kontakt mit ihresgleichen: Der Appetit der Tiere macht nämlich auch vor Artgenossen nicht halt. Aus diesem Grund gehen sie sich möglichst aus dem Weg und verteilen sich auf der Suche nach Nahrung weitläufig über das Land.

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Doch warum ändern die Tiere ihr Verhalten mitunter drastisch und werden zu Schwärmern, die im Kollektiv ganze Landstriche kahlfressen? Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Physik sind dieser Frage gemeinsam mit Kollegen eines internationalen Forschungsteams nachgegangen – und kamen dabei zu einem verblüffenden Ergebnis: Der Heuschreckenschwarm besteht aus lauter Individuen, die voreinander weglaufen – und dabei die optimale Strategie zur Erreichung dieses Ziels einsetzen.

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Am Anfang des Heuschreckenschwarms steht üblicherweise eine Nahrungskrise: Weil das Angebot an Fressbarem knapper wird, müssen die Tiere ihre Distanz zueinander aufgeben – in erzwungener Gemeinschaft machen sie sich auf die Suche nach Nahrung. Damit steigt für sie aber auch das Risiko: Insekten, die nicht mit dem Strom ziehen, laufen Gefahr, von Artgenossen angegriffen und verspeist zu werden.

Als beste Überlebensstrategie im Schwarm erweist es sich daher für ein Individuum, jeweils den Artgenossen zu folgen, die sich von ihm entfernen, und vor denen zu fliehen, die sich auf es zu bewegen. Die Tiere laufen also permanent voreinander davon und erzeugen so eine kollektive Bewegung. Im Schwarm rücken die Heuschrecken zwar insgesamt näher zusammen, durch das kollektive Verhalten verhindern sie jedoch einen direkten, potenziell tödlichen Kontakt.

Sinkt die Populationsdichte im Schwarm , so finden die Tiere wieder zu ihrem gewohnten Verhalten zurück: Sie werden Einzelgänger und gehen einander aus dem Weg.

Allerdings ist der Schwellenwert für diesen Verhaltenswechsel viel niedriger als der für die Schwarmbildung: Der Schwarm löst sich viel schwerer auf, als er sich zusammengefunden hat. Die wirkungsvollste Art, einen Heuschreckenschwarm zu bekämpfen, ist also, ihn gar nicht erst entstehen zu lassen.

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