
DüsseldorfFluchen gilt nicht als die feine englische Art, und doch ist es ein nur zu verständlicher Reflex bei Schmerzen. Mit der Erforschung des Fluchens kann man sogar einen Nobelpreis gewinnen, wie das Beispiel von Richard Stephens zeigt. Allerdings wurde dem Wissenschaftler für seine Arbeit lediglich der Ig-Nobelpreis überreicht - jene nicht ganz ernst gemeinte Ehrung für besonders kuriose Forschung.
Stephens hatte insgesamt 64 Studenten dazu gebracht, ihre Hände in eiskaltes Wasser zu halten. Wahrscheinlich war schon die dafür notwendige Überzeugungsarbeit einen eigenen Preis wert. Zunächst war es ihnen erlaubt, den Kälteschmerz mit einem herzhaften Fluchen zu begleiten. In einer zweiten Testreihe mussten sie sich auf eine neutrale Äußerung beschränken.
Das Ergebnis war eindeutig: Die Probanden behielten ihre Hand länger im Eiswasser, wenn sie laut fluchen durften. Und damit taten sie genau das, was Stephens nicht erwartet hatte. Er hatte vermutet, dass Fluchen zu einem stärkeren Schmerzempfinden führt, da sich die Versuchspersonen durch das Fluchen eher auf den Schmerz konzentrieren und sich in ihn hereinsteigern würden.
Welcher Mechanismus im Körper dafür verantwortlich ist, konnte Stephens nicht abschließend beantworten. Er vermutet, dass das Fluchen den Körper auf Abwehr oder Flucht vorbereitet. Das dabei ausgeschüttete Adrenalin würde dann dafür sorgen, dass wir den Schmerz weniger stark empfinden.
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