Schneller schlau

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Schneller schlau: Warum lohnt es sich, Kuckuckskinder aufzuziehen?

Fremd im eigenen Nest - Schneller schlau entführt Sie in die Welt des Wissenswerten.

Ist der wirklich von mir? - Ein Teichrohrsänger sitzt vor einem Kuckuck-Küken (l.), das ihn um Nahrung anbettelt. Quelle: picture-alliance
Ist der wirklich von mir? - Ein Teichrohrsänger sitzt vor einem Kuckuck-Küken (l.), das ihn um Nahrung anbettelt. Quelle: picture-alliance

Elternpflichten kosten Energie, viel Energie. Da wollen Küken mit Nahrung versorgt und Nester sauber gehalten werden, da müssen Eltern potenzielle Feinde vertreiben und den eigenen Nachwuchs in allen überlebenswichtigen Verhaltensweisen schulen. Für einen typischen Singvogel, so haben Wissenschaftler ermittelt, ist der Aufwand für die Aufzucht seiner Küken vergleichbar mit der Teilnahme eines Menschen bei der Tour de France.

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Wer so viel Energie investiert, sollte nach Möglichkeit wissen, dass der so fürsorglich gepflegte Nachwuchs auch wirklich der eigene ist. Tatsächlich aber kümmern sich viele Männchen auch bei unklarer Vaterschaft um den Nachwuchs im heimischen Nest, wie Ashleigh Griffin von der Universität Oxford (Großbritannien), Suzanne Alonzo von der Yale Universität (USA) und Charlie Cornwallis von der Lund Universität (Schweden) ermittelt haben.

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Die Wissenschaft werteten insgesamt 62 Studien aus, in denen die Brutpflege von 48 verschiedenen Tierarten unter die Lupe genommen wurde - etwa Fische und Vögel, aber auch der Mensch. Dabei zeigte sich, dass Männchen durchaus bereit waren, sich um potenzielle Kuckuckskinder zu kümmern, wenn bestimmte Faktoren gegeben waren.

So dufte die Brutpflege nicht so kraftzehrend sein, dass sie die eigene Paarung verhinderte. Außerdem achten die Männchen offenbar darauf, dass ihre Partnerin überwiegend treu ist: Paart sich das Weibchen mit vielen Partnern, sinkt das Engagement des Männchens für den Nachwuchs deutlich, so die Beobachtung der Forscher.

Doch worin liegt der Vorteil, überhaupt Energie in die Aufzucht eines Kuckuckskindes zu stecken? Nun, üblicherweise können die Männchen sich nicht sicher sein, ob sie tatsächlich Vater des Nachwuchses im eigenen Nest sind. Würden sie die Brutpflege aufgeben, bestünde die Gefahr, dass sie die eigenen Kinder im Stich ließen.

Dieses Risiko auszuschließen, indem man sich grundsätzlich um alle Jungen im Nest kümmert, ist allemal mehr wert als die zusätzliche Energie, die fremder Nachwuchs kostet. Wer die eigenen Gene erfolgreich weitergeben will, muss eben in Kauf nehmen, mitunter auch ein paar fremde durchzufüttern.

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