
Taucher kennen die Gefahr: Steigen sie zu schnell aus großer Tiefe an die Wasseroberfläche, können im Blut gelöste Gase (vor allem Stickstoff) kleine Bläschen ausbilden, die Blutgefäße verstopfen. Im schlimmsten Fall droht dem Betroffenen der Tod.
Tiere wie Wale oder Delphine, die ihr ganzes Leben im Wasser verbringen und zum Teil beachtliche Tauchtiefen erreichen (Pottwal: bis zu 1000 Meter), sollten eigentlich so gut an ihren Lebensraum angepasst sein, dass sie vor dieser Taucherkrankheit sicher sein müssten. Sind sie üblicherweise auch. Zwar können sich auch im Blut der Meeressäuger bei Tauchgängen winzige Gasbläschen bilden, wenn Stickstoff aus der Lunge in die Blutbahn gepresst wird. Doch sind diese normalerweise ungefährlich und werden beim Ausatmen nach dem Wiederauftauchen aus dem Blut gewaschen.
Ganz anders sieht die Sache aus, wenn die Tiere starke Schallwellen ausgesetzt sind, wie sie etwa zum Aufspüren von U-Booten eingesetzt werden. Der vom Menschen verursachte Krach stört nicht nur den Orientierungssinn von Walen und Delfinen, er macht die Tiere auch anfällig für die Taucherkrankheit.
Die Schallwellen sorgen nämlich dafür, dass sich die mikroskopisch kleinen Gasbläschen in regelmäßigem Wechsel ausdehnen und zusammenziehen. Dadurch erhöht sich die Aufnahmefähigkeit der Bläschen: Mit jedem Taktschlag absorbieren sie mehr von dem im Blut gelösten Gas. Irgendwann sind sie schließlich so groß, dass sie Blutgefäße verstopfen können – Embolien und Lähmungen sind die Folge. Im schlimmsten Fall zerstören die Bläschen Gewebe und lösen schwere Blutungen aus.
Wissenschaftler der Navy Marine Mammal Program in San Diego (USA) haben diesen Mechanismus bereits vor einigen Jahren genauer untersucht. Ihren Untersuchungen zufolge sind besonders die sehr tief tauchenden Schnabelwale gefährdet. Bei einigen Arten erhöht sich während eines Tauchgangs die Stickstoff-Konzentration im Blut um das Vierfache. Diese Anfälligkeit dürfte auch der Grund dafür sein, dass Schnabelwale besonders oft die Orientierung verlieren und stranden.
Ich bin sehr froh, dass OceanCare in New York nun über dieses Problem sprechen kann. Hoffentlich hat es mit der Zeit Erfolg. Dieser Lärm ist Wahnsinn!!!
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