
Ein ordentliches Bad ist für Stare offenbar eine wesentliche Voraussetzung für ein einigermaßen sorgenfreies Leben. Wer dagegen sein Federkleid nicht regelmäßig reinigen kann, begegnet seiner Umwelt mit Misstrauen, wie Versuche von Wissenschaftlern der Universität im englischen Newcastle ergeben haben.
Ben Brilot und Melissa Bateson studierten das Verhalten von zwei Starengruppen. Die eine Gruppe erhielt regelmäßig Gelegenheit, sich in einer Wasserpfütze zu reinigen. Den Vögeln der anderen Gruppe wurde diese Möglichkeit über mehrere Tage hinweg verwehrt.
Dann spielten die Forscher beiden Gruppen einen Warnruf vor, mit dem sich Stare auf drohende Gefahren aufmerksam machen. Die Reaktionen der Vögel fielen sehr unterschiedlich aus.
Während die sauberen Tiere relativ schnell zu ihrem gewohnten Fressverhalten zurückkehrten, rührten die „Schmutzstare“ ihr Fressen für einen längeren Zeitraum nicht an. Stattdessen beobachteten sie aufmerksam ihre Umgebung. Auch nachdem sie wieder zu fressen begannen, zeigten diese Vögel erhöhte Wachsamkeit und hoben häufiger den Kopf, um nach Gefahren Ausschau zu halten.
Der Grund für dieses auffällige Verhalten dürfte in den schlechteren Flugeigenschaften eines schmutzigen Federkleides liegen. Die Tiere sind dadurch weniger gut in der Lage, im Fall einer Gefahr schnell Reißaus zu nehmen. Für die Stare könnte eine längere Zeit ohne ausreichende Körperpflege deshalb zu chronischem Stress führen, vermuten die Forscher.