_

Schneller schlau: Was hat Dschingis Khan mit dem Klimawandel zu tun?

Ungewöhnliche Klimastudie – Schneller schlau, die tägliche Portion Wissen.

In seiner Heimat noch heute verehrt: Monumentalstatue von Dschingis Khan in Ulan Bator (Mongolei). Quelle: dpa
In seiner Heimat noch heute verehrt: Monumentalstatue von Dschingis Khan in Ulan Bator (Mongolei). Quelle: dpa

Dass Dschingis Khan zu den größten Eroberern der Weltgeschichte zählte, ist Allgemeingut. Dass die Kriegszüge des Mongolenherrschers, der im 13. Jahrhundert den Grundstein zum größten Weltreich der Geschichte legte, sich auch massiv auf das Klima ausgewirkt haben, dürfte hingegen weniger bekannt sein. Julia Pongratz von der Carnegie Institution in Washington hat die mongolische Expansion in Asien zusammen mit weiteren historischen Ereignissen des Mittelalters und der Frühneuzeit unter Klimaaspekten untersucht – und dabei Erstaunliches entdeckt.

Anzeige

„Es ist ein weit verbreitetes Missverständnis, dass der menschliche Einfluss auf das Klima erst mit dem Industriezeitalter begonnen hat“, so Pongratz. „Tatsächlich haben Menschen schon vor Jahrtausenden die Umwelt beeinflusst – indem sie Wälder rodeten, um Ackerflächen zu gewinnen.“ Durch die Rodungen erhöhte sich der Anteil des Treibhausgases CO2 in der Atmosphäre – zum einen durch Verbrennung oder natürliche Zersetzung der gerodeten Pflanzen, zum anderen durch die im Vergleich zu Wäldern geringere Fähigkeit von Ackerflächen, das Treibhausgas zu absorbieren.

Dieser Effekt hat sich angesichts wachsender Weltbevölkerung im Lauf der Geschichte verstärkt. Auf der anderen Seite müssen sich Katastrophen wie Kriege, Epidemien oder große Naturkatastrophen in gegensätzlicher Weise bemerkbar gemacht haben: Durch die hohe Sterberate verringerte sich der Anteil bebauter Fläche, der Wald eroberte sich das brachliegende Ackerland zurück – und damit wurde wieder vermehrt CO2 gebunden.

Zur Klärung der Frage, wie stark sich dieser Effekt bemerkbar machte, wählte die Wissenschaftlerin vier bedeutenden Ereignisse der Vergangenheit aus: die mongolische Expansion in Asien (1200-1380), die große Pestepidemie in Europa (1347-1400), die Eroberung Süd- und Mittelamerikas durch die Europäer (1519-1700) sowie den Untergang der Ming-Dynastie in China (1600-1650). Gestützt auf Daten des Max-Planck-Instituts für Meteorologie sowie aktuelle und historische Klimamodelle machte sich Pongratz an die Rekonstruktion der Auswirkungen dieser Ereignisse.

Und kam dabei zu eindeutigen Ergebnissen: „Bei den beiden kürzeren Zeiträumen – der Pest und der Ming-Katastrophe – war der Effekt der natürlichen Wiederaufforstung nicht stark genug, um die CO2-Emissionen in die Atmosphäre nachweisbar zu mindern“, so die Forscherin. „Doch die größeren Zeiträume der mongolischen Expansion und der Eroberung Amerikas hatten sehr wohl einen deutlich erkennbaren Effekt.“ So sei allein das unheilvolle Wirken von Dschingis Khan und seinen Nachfolgern mit einer CO2-Minderung von fast 700 Millionen Tonnen einher gegangen – was etwa dem Anteil entspricht, der heute pro Jahr durch den weltweiten Benzinverbrauch in die Atmosphäre gelangt.

Die zynische Rechnung, dass zur Bekämpfung des Klimawandels also nur genügend Menschen umgebracht werden müssen, geht so allerdings nicht auf. Denn alle Katastrophen konnten den weltweiten Trend zur Entwaldung letztlich nicht aufhalten – ein Trend, der, so die Bilanz der Forscherin, bis in unsere Tage fortdauert.

  • 08.02.2011, 20:22 UhrAnonymer Benutzer: Peter Müller

    Es ist wirklich belustigend zu lesen, was sich die Klimacharlatane immer wieder neues ausdenken um ihr Märchen von Menschen gemachten Klimawandel aufrecht zu erhalten. Das hat mit Forschung nichts zu tun, das ist einfach nur noch kriminell. Das Max-Planck-instituts für Meteorologie verwendet Daten des iPCC und diese Daten sind nachweislich gefälscht. Auf der ganzen Welt wurde darüber berichtet, nur in Deutschland nicht - komsich. Vielleicht sollte sich Frau Prognatz mal informieren wie die Daten "erstellt" werden. Die Aneignung von ein paar Grundkenntnisse auf der internetseite "klimaargumente" würde auch nicht schaden. Das Max-Planck-institut ist eine korrupte institution die solch einen blödsinn fördert. ich bin mir sicher, das institut weiss, dass es mit gefälschten Daten hantiert.

  • 25.01.2011, 09:57 UhrAnonymer Benutzer: B_ernd

    Andere Ereignisse, die Einfluß gehabt haben könnten sind kaum alle bekannt. Die wirkenden Zusammenhänge, Causalitäten, lassen sich nicht mehr wirklich überprüfen.

    Mit Statistik Auffälligkeiten zu suchen, die es sich lohnt auf Causalitäten hin zu überprüfen, macht Statistik vielfach zu einem interessanten instrument. Kein Zweifel.

    Allerdings glaube ich nicht daran, mit Statistik wirklich Zusammenhänge nachweisen zu können. Statistik wird so zur Kaffeesatzleserei unserer Zeit, mit der man fast jedes Ergebnis produzieren kann. Auch wenn korrekt geareitet wurde und die Zusammenhänge interessant erscheinen, kommt mir beim Lesen der begriff Psydowissenschaft in Kopf.

  • 24.01.2011, 15:07 UhrAnonymer Benutzer: Historiker

    Was für ein Schmarrn die großen Kälteperioden zu Ende der Antike und Mittelalters damit zu erklären ist wohl ein schlechter Witz.

    Die Krisen dieser Zeit und die vielen Toten sind mit dem sinken der Durchschnittstemperaturen verbunden.

    Zur Hochzeit der Antike und des prächtigen Kathedralenbau war es deutlich heißer als heute und dies führte zu besseren Ernten.

  • Die aktuellen Top-Themen
Ethik-Diskussion: Wann ist ein Hacker ein guter Hacker?

Wann ist ein Hacker ein guter Hacker?

Bei einer Tagung des Chaos Computer Club haben Hacker versucht, für sich eine neue Ethik zu formulieren. Doch die Szene streitet, was Hacker dürfen sollen.

Expo 2012: Viel High Tech, wenig Gäste

Viel High Tech, wenig Gäste

Mit einer Expo zur nachhaltigen Nutzung der Meere will Südkorea Gäste aus aller Welt ins Land locken. Allein im deutschen Pavillon stecken 15 Millionen Euro. Doch die ersten Besucherzahlen waren enttäuschend.

Dragon besucht ISS: Das Andock-Manöver in Bildern

Das Andock-Manöver in Bildern

Erstmals dockt an der Raumstation ISS etwa 350 Kilometer über der Erdoberfläche ein privat finanzierter Raumtransporter an. Die beeindruckenden Bilder zu einem Meilenstein der Raumfahrtgeschichte.

  • Video

Auto-Visionen Viel Power für wenig Euro - Mazda 3 MPS

Über das Design des sportlichen Japaners kann man streiten - über das Preis-Leistungsverhältnis nicht. Für weniger als 30.000 Euro bietet Mazda satte 260 Pferdestärken. Was sonst noch im MPS steckt, klärt unser Fahrtest.