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Schneller schlau: Was ist ein „Whiteout“?

Riskant nicht nur für Polarhelden - Schneller schlau entführt in die Welt des Wissenswerten.

Roald Amundsen und seine Männer auf dem Weg zum Südpol. Nicht nur Polarhelden fürchten den Whiteout. Quelle: dpa
Roald Amundsen und seine Männer auf dem Weg zum Südpol. Nicht nur Polarhelden fürchten den Whiteout. Quelle: dpa

Vor 100 Jahren kämpften sich der Norweger Roald Amundsen und der Brite Robert Falcon Scott mit ihren Expeditionen Richtung Südpol. Ein historischer Wettlauf, der den Sieger Amundsen endgültig zum norwegischen Volkshelden werden ließ. Für Scott und seine vier Begleiter endete das Rennen dagegen tragisch: Geschwächt durch Hunger und Kälte, fanden sie auf dem Rückweg vom Pol den Tod.

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Doch Kälte und schwindende Nahrungsvorräte sind nicht die einzigen Risiken für Menschen, die sich in die Eiswüsten der Polregionen oder ins Hochgebirge wagen. Ein anderes berüchtigtes Phänomen ist das Whiteout, bei dem Menschen jede Orientierung verlieren können – eine tödliche Gefahr vor allem in Regionen, in denen jeder Fehltritt den Sturz in einen Abgrund bedeuten könnte.

Zum Whiteout kommt es nur bei einer besonderen Wetterlage: Dünne Wolken bedecken den Himmel, lassen aber noch etwas Sonnenlicht hindurch, das durch Wassertropfen und Eiskristalle gestreut wird. Durch die diffuse Reflexion des Sonnenlichts verliert die Umgebung für einen Beobachter jeden Kontrast, der Horizont verschwindet, Himmel und Erde gehen ununterscheidbar ineinander über, alles verschwimmt zu einem konturlosen grauen Raum.

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Für die meisten Menschen ist die Erfahrung eine Whiteout vor allem ein psychisch belastendes Erlebnis. Doch auch handfeste physische Auswirkungen wurden beobachtet, etwa der Verlust des Gleichgewichtssinnes. Experten empfehlen deshalb, jede Aktivität im Freien auszusetzen, solange das Phänomen andauert. Wer vom Whiteout überrascht wird, etwa bei einer Skiwanderung, sollte sich sehr langsam und möglichst nur in der Gruppe weiterbewegen.

Whiteout dürfte auch die Ursache für die bislang schwerste Antarktis-Katastrophe gewesen sein. Am 28. November 1979 prallte Air-New-Zealand-Flug 901 gegen einen Vulkan auf der antarktischen Ross-Insel. Die DC-10 mit 257 Menschen an Bord befand sich auf einem Rundflug über dem Eiskontinent, alle Systeme arbeiteten normal, allerdings entsprach die im Bordcomputer gespeicherte Flugroute nicht der bis dahin üblichen Route.

Vermutlich aufgrund von Whiteout verlor die Cockpit-Besatzung die Orientierung und erkannte nicht, dass die Maschine direkt auf den Vulkan zusteuert. Alle Menschen an Bord kamen ums Leben. Das Unglück führte unter anderem dazu, dass alle Touristenflüge über der Antarktis eingestellt wurden.

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