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Schneller schlau: Welcher Fisch wird Hirschen gefährlich?

Dem Bärenmaul davongeschwommen - Schneller schlau entführt Sie in die Welt des Wissenswerten.

Ein Grizzly jagt schwimmend ein Hirschkalb im Yellowstone-Nationalpark. Quelle: Bruce H. Oakley
Ein Grizzly jagt schwimmend ein Hirschkalb im Yellowstone-Nationalpark. Quelle: Bruce H. Oakley

Nein, hier geht es nicht um Piranhas oder andere vermeintliche Killerfische. Jedenfalls hat die amerikanische Seeforelle (Salvelinus namaycush) keinen vergleichbar blutrünstigen Ruf. Als Raubfisch sucht sich der auch als Seesaibling bekannte Seebewohner seine Opfer unter kleineren Fischen, Hirsche und andere Großsäuger stehen dagegen nicht auf seinem Speiseplan. Trotzdem ist die Seeforelle indirekt dafür verantwortlich, dass der Bestand an Wapitihirschen im amerikanischen Yellowstone-Nationalpark drastisch geschrumpft ist.

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Der ursprünglich nicht im Yellowstone heimische Fisch war in den 1980er Jahren illegal in den Gewässern des Nationalparks ausgesetzt worden. Dort vermehrte er sich rasch und verdrängte die einheimischen Kehlschnittforellen (Oncorhynchus clarkii bouvieri): Im Clear Creek etwa, einer der Langzeit-Beobachtungsstellen im Park, brach die Population von rund 60.000 Fischen 1988 auf wenige Dutzend zwanzig Jahre später ein.

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Eine Entwicklung, unter der auch die im Nationalpark heimischen Grizzly-Bären zu leiden hatten. Für die Raubtiere stellten die in flachen Wasserläufen lebenden Kehlschnittforellen eine leicht zu fangende Beute dar, entsprechend groß war deren Anteil am Nahrungsaufkommen der Bären. Die Seeforelle hält sich dagegen meist am Grund  von Seen auf, unerreichbar tief für hungrige Bärenmäuler.

So blieb den Pelztieren nichts anderes übrig, als ihre Ernährungsgewohnheiten umzustellen. Den Platz der Forellen auf dem Speiseplan nehmen mittlerweile vor allem junge Wapitihirsche ein: Anhand von Spuren wie etwa Bärenkothaufen haben Forscher errechnet, dass der Anteil von Hirschen an der Bärennahrung von 12 Prozent in den 1980er Jahren auf gegenwärtig rund 40 Prozent gestiegen ist.

Keine schöne Entwicklung für die Hirsche, denen zusätzlich auch die Rückkehr von Wolfsrudeln in den Nationalpark zusetzt. Für das Ökosystem insgesamt hat die Dezimierung der großen Pflanzenfresser jedoch auch positive Konsequenzen: So erholen sich die lange Zeit überweideten Grünflächen im Park allmählich von den einstigen Fressorgien der Hirsche.

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