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Schneller schlau: Welcher Politiker war ein emsiger Erfinder?

Friedenswurst und Schrotbrot – Schneller schlau, die tägliche Portion Wissen

Anstehen nach Brot irgendwo in Deutschland während des 1. Weltkriegs. Adenauers "Schrotbrot" sollte Hungersnöte während der Kriegszeit verhindern. Foto: Bundesarchiv Quelle: BundesarchivBundesarchiv
Anstehen nach Brot irgendwo in Deutschland während des 1. Weltkriegs. Adenauers "Schrotbrot" sollte Hungersnöte während der Kriegszeit verhindern. Foto: Bundesarchiv Quelle: BundesarchivBundesarchiv

Er zeichnete als Bundeskanzler nicht nur für die Einführung der sozialen Marktwirtschaft verantwortlich. Konrad Adenauer hat auch das Rezept für das „Rheinische Schrotbrot“ erfunden, das helfen sollte, Hungersnöte während der Zeit des Ersten Weltkriegs zu verhindern. Adenauer war als Beigeordneter der Stadt Köln für das Ressort „Versorgung mit Lebensmitteln“ zuständig. Und da sowohl Roggen- als auch Weizenmehl streng rationiert waren, musste eine Alternative zum herkömmlichen Brot gefunden werden.

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Adenauer experimentierte zusammen mit zwei Bäckermeistern so lange herum, bis schließlich aus Reis, Mais und Gerste das Grundrezept für das Rheinische Schrotbrot zusammengemischt war. Im Jahr 1915 ließ er sich das „Verfahren zur Herstellung eines dem rheinischen Roggenbrot ähnelnden Schrotbrotes“ patentieren. Es gab aber noch ein Problem: Dem Volk schmeckte das Rezept ganz und gar nicht. Denn die Zutaten wurden üblicherweise als Tiernahrung verwendet. Und mit Viehfutter wollten sich die Menschen nicht abspeisen lassen.

Der kommerzielle Erfolg des Brotes blieb aber nicht wegen des Geschmacks der Konsumenten aus. Schuld war der Kriegseintritt Rumäniens. Denn damit waren auch die billigen Maismehllieferungen zu Ende, die das Brot so günstig in der Herstellung gemacht hatten.

Kurz darauf erfand Adenauer aber noch ein weiteres Nahrungsmittel für knappe Zeiten: die „Wurst mit Friedensgeschmack“. Es war eine Wurst, die fast ausschließlich aus Soja bestand. Ein Produkt, was heute vielleicht größeren Anklang finden würde. Im deutschen Patentwesen zu Anfang des 20. Jahrhunderts stieß es aber auf wenig Gegenliebe. Nicht so in England. Dort stand man der Adenauer-Erfindung aufgeschlossener gegenüber. Am 26. Juni 1918 genehmigte König Georg V. das Patent. Auch in Österreich und Belgien wurde die Friedenswurst patentiert.

Der „Alte aus Rhöndorf“ erfand noch viele mehr oder weniger nützliche Geräte, darunter eine „Vorrichtung zur Verhinderung von Zugluft in mit geöffnetem Fenster fahrenden Auto“ und eine „Blendschutzbrille für Autofahrer und Fußgänger“. In Deutschland patentiert wurde aber nur sein Brot. Als einziges Überbleibsel von Adenauers Schaffen als Erfinder kann man es auch heute noch in einer Bäckerei in Rhöndorf kaufen – gebacken nach altem Patentrezept.

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