
Wer gerade einmal so groß wie ein Stecknadelkopf ist, muss sich für die Unterbringung seines Denkapparates einiges einfallen lassen. Vor allem, wenn er über ein für seine Körpergröße unverhältnismäßig großes Gehirn verfügt. Beides trifft für Spinnen der Gattung Mysmena zu: Bei den winzigen Tieren macht das Gehirn etwa 15 Prozent der Körpermasse aus. So viel Grips will erst einmal verstaut sein.
Wissenschaftler des Smithsonian Tropical Research Institute in Panama haben den Körperbau der Tiere genauer unter die Lupe genommen. Dabei entdeckten sie, dass die Spinnen praktisch im gesamten Körper über Hirnmasse verfügen – selbst in den Beinen lassen sich Zellen des Zentralen Nervensystems nachweisen: Fast 80 Prozent der Körperhöhle und rund ein Viertel der Gliedmaßen sind Teil des tierischen Denkapparats.
Im Vergleich zum Menschen, der gerade einmal zwei Prozent seiner Körpermasse als Gehirn mit sich herumträgt, ist die Spinne also eine echte „Hirnmaschine“. Vermutlich benötigen die Tiere ein solch großes Gehirn, damit sie in der Lage sind, komplexe Aufgaben wie das Weben von Netzen zu bewältigen.
Allerdings hat ein so großes Hirn auch seinen Preis: Die Spinnen müssen viel Energie aufwenden, um eine solche Fülle an Nervenzellen zu erhalten. Nach Einschätzung der Wissenschaftler dürfte der größte Teil der von den Tieren verzehrten Nahrung ausschließlich darauf verwendet werden, den Energiebedarf dieser Zellen zu decken.