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29.07.2008 

Der höchst komplizierte und marode Transporter, der das Raumfahrtunternehmen in der Öffentlichkeit zum alten Mann werden ließ, arbeitet nach den tödlichen Unglücken der Challenger (1986) und der Columbia (2003) mit Mühe seinen letzten Auftrag ab: die ins Stottern geratene Fertigstellung der internationalen Raumstation ISS. Ein Nachfolger, der größere Bauteile ins All schleppen könnte, steht noch nicht bereit. Vom Karriereende des teuren Spaceshuttle bis zum Erstflug des Orion genannten Nachfolgers in 2015 werden die Amerikaner damit über keine eigene Möglichkeit verfügen, Astronauten zu starten.

In der Zwischenzeit ist die USA auf „Mitfahrgelegenheiten“ in der kleineren russischen Sojus-Raumkapsel angewiesen – eine unschöne Erinnerung an den Wettlauf mit der einstigen Sowjetunion, den die USA längst gewonnen glaubten. Die Konkurrenz im „Space 2.0“ wächst – und mit Kooperationen tut sich die Behörde heute noch fast so schwer wie vor 50 Jahren.

Griffin, der elfte Nasa-Chef seit der Gründung unter Eisenhower, versucht sich mit Durchhalteparolen: Das Institut sei bekannt dafür, dass es Schwierigkeiten meistern könne: „Wir sind zuversichtlich, dass uns das erneut gelingen wird.“ Auf finanzielle „Nachbrenner“ aus Washington hoffte die Nasa zuletzt vergeblich: Das Budget, das in seiner Hochzeit fast ein Prozent des US-Bruttoinlandsprodukts verschlang, ist über die Jahre auf 17 Mrd. Dollar (elf Mrd. Euro) zusammengestrichen worden.

Große Sportler versuchen, möglichst auf dem Karriere-Höhepunkt abzutreten. Auch für die Reputation der Nasa wäre es besser gewesen, wenn man die Organisation bald nach der ersten Mondlandung geschlossen hätte, stichelt der „Economist“. Zwar hat die Nasa hehre Zukunftspläne, aber sie lösen keine Begeisterung mehr aus. Die von Präsident Bush avisierte „Vision for Space Exploration“ sieht weitere bemannte Vorstöße zum Mond und später (bis 2037) zum Mars vor.

Die Flüge sollen jedoch anders aussehen als die Apollo-Missionen. So soll etwa im Jahr 2020 die größte Lastrakete der Welt, die mehr als 100 Meter lange Ares 5, unbemannt gestartet werden. Sie schleppt das Mondlandefahrzeug und eine zusätzliche Raketenstufe auf eine Umlaufbahn. Erst wenn das geklappt hat, sollen vier Astronauten in einem Raumfahrzeug namens „Orion“ auf einer Ares-1-Rakete starten. Auf der Erdumlaufbahn wird Orion mit dem Mondfahrzeug und der Raketenstufe gekoppelt, um die Astronauten dann zum Mond zu fliegen. Ab 2015 soll Orion als Verbindungsfahrzeug zur ISS eingesetzt werden.

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