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16.04.2007 
Einführung von „Leopard“ verschoben

Apple konzentriert sich auf das iPhone

von Jens Koenen

Der US-Konzern bündelt seine Kapazitäten und forciert die Entwicklung des iPhones. Deshalb muss die Einführung eines neuen Computer-Betriebssystems verschoben werden. Apple räumt dem Geschäft mit Unterhaltung und Kommunikation inzwischen eine größere Bedeutung ein als den Computern.

Apple-Chef Steve Jobs präsentiert das iPhone. Auf ihm ruhen die Hoffnungen des Konzerns. Quelle: apLupe

Apple-Chef Steve Jobs präsentiert das iPhone. Auf ihm ruhen die Hoffnungen des Konzerns. Quelle: ap

FRANKFURT. Das neue Musikhandy iPhone scheint Apple mehr Arbeit zu bereiten als erwartet. Der Computerkonzern muss zusätzlicher Entwickler-Kapazitäten für das Projekt einsetzen, um den geplanten Starttermin in den USA Ende Juni halten zu können. Die Folge: Die noch im Frühjahr geplante Freigabe des neuen Computer-Betriebssystems „Leopard“ verschiebt sich bis in den Oktober.

Die Entwicklung verunsicherte am Wochenende Branchenbeobachter und Investoren. Die Aktie von Apple verlor am Freitag bis zu zwei Prozent an Wert. Schon bei der iPhone-Ankündigung Anfang Januar hatten Technikexperten des Branchendienstes „Cnet“ vor der Komplexität eines solchen Alleskönners gewarnt. So gibt es Befürchtungen, die Steuerung über einen berührungsempfindlichen Bildschirm (Touchscreen) könne zu Problemen führen. All diese Sorgen machen nun angesichts der aktuellen Apple-Ankündigung in den einschlägigen Foren erneut die Runde.

Apple selbst räumt ein, dass das geplante Gerät die bislang wohl anspruchvollste Software enthalte, die jemals auf einem mobilen Gerät ausgeliefert wurde. Diese zeitgerecht fertig zu stellen, koste eben seinen Preis. Gleichzeitig betonte der Konzern, das iPhone werde wie angekündigt im Juni kommen. Das Gerät habe bereits eine Reihe der erforderlichen Zertifizierungen durchlaufen.

Die Erklärung zeigt zugleich, dass Apple mittlerweile dem Zukunftsgeschäft mit Unterhaltung und Kommunikation eine größere Bedeutung einräumt als den Wurzeln des Unternehmens: den Computern für professionelle Anwender wie Grafikbüros, Designer, Architekten oder Druckereibetriebe. Das wundert nicht, denn gemessen am Umsatz steuerten die iPods und die Musikplattform iTunes im ersten Quartal 2007 mit gut vier Mrd. Dollar oder 57 Prozent den größten Teil zum Konzernumsatz bei.

Analysten halten die „Bevorzugung“ des iPhones bei der Verteilung von Entwicklerressourcen deshalb für grundsätzlich richtig und vertretbar. „Sie haben die richtige Wahl getroffen“, glaubt Jonathan Hoopes von Think-Equity Partners.

Apple-Chef Steve Jobs will mit dem iPhone zu einem der Marktführer in der neuen digitalen Medienwelt werden. Zugleich reiht sich das Musik-Handy ein die iPod-Geräte-Serie und sichert so das Geschäft mit der Musik und den Videos aus dem Internet ab. Deshalb kommt dem iPhone eine besondere strategische Bedeutung zu.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Wie Apple den Wettbewerb besiegen will.

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