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11.02.2008 
Schlegel musste zusehen

Astronauten installieren „Columbus“

Nach jahrelangem Warten findet das europäische Weltraumlabor „Columbus“ seinen Platz an der Internationalen Raumstation ISS. An diesem Dienstag soll erstmals die Schleuse geöffnet werden und das Labor offiziell in Betrieb genommen werden. Der deutsche Astronaut Hans Schlegel konnte bei der Installation allerdings nur zusehen.

HB WASHINGTON. Ohne die Hilfe des Deutschen Hans Schlegel (56), der wegen gesundheitlicher Probleme ausgefallen war, haben zwei US- Astronauten am Montag die Installation des 880 Millionen Euro teuren Labors in die Wege geleitet. An diesem Dienstag soll dann erstmals die Schleuse geöffnet werden - dann wird der Franzose Léopold Eyharts (51) das Labor betreten und die Systeme für Strom und Wasser hochfahren. Für die europäische Raumfahrt beginnt damit ein neues Kapitel.

„Columbus ist in der Neuen Welt angekommen“, sagte ein Sprecher der US-Weltraumbehörde NASA am Montag, als ein riesiger Roboterarm das 13 Tonnen schwere Labor aus der Ladeluke der Raumfähre „Atlantis“ hievte, um es an seinen endgültigen Platz an der ISS zu transportieren. Zuvor hatten die beiden US-Astronauten Stanley Love und Rex Walheim „Columbus“ mit Elektrokabel verbunden. „Gute Arbeit geleistet“, sagte ein NASA-Manager im Kontrollzentrum Houston.


» Columbus im All: Bilder von der aktuellen Mission


Wie die NASA weiter mitteilte, sollte der zunächst auf sechseinhalb Stunden geplante „Weltraumspaziergang„ rund eine Stunde länger dauern. Love habe zwischendurch seinen Sauerstofftank auffüllen müssen, hieß es.

Schlegel, der nach US-Medienberichten an Unwohlsein ähnlich einer Seekrankheit litt, geht es inzwischen besser. Eine Vertreterin der Europäischen Weltraum-Organisation (ESA) im NASA-Kontrollzentrum Houston (Texas) sagte am Montag, Schlegel werde aller Voraussicht nach an einem für Mittwoch geplanten zweiten Außenbordeinsatz teilnehmen können. Dabei geht es um die Installation eines neuen Stickstofftanks für das äußere Kühlsystem der ISS.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Wissenschaftler bezeichnen das Labor als Juwel

„Columbus“ ist der wichtigste europäische Beitrag zur Internationalen Raumstation. Das in Bremen gebaute Labor soll zehn Jahre lang das Verhalten von Stoffen, Einzellern und wirbellosen Tieren in der Schwerelosigkeit untersuchen. Bislang waren vor allem Amerikaner und Russen an der Raumstation fast 400 Kilometer über der Erde beteiligt. Wissenschafter bezeichneten das Labor als Juwel: Es enthält insgesamt sieben Nutzlastschränke für die Forschung, die Untersuchungen reichen von der Medizin bis zu Materialforschung und der Grundlagenphysik von Flüssigkeiten.

Ursprünglich sollte „Columbus“ bereits im Jahr 2004 ins All. Wegen der Katastrophe der Raumfähre „Columbia“ wurden aber alle Flüge über mehrere Jahre eingestellt. Dann war der Start am 6. Dezember 2007 vorgesehen, musste aber wegen defekter Tanksensoren immer wieder verschoben werden.


» Columbus im All: Bilder von der aktuellen Mission


Das „Columbus“-Labor selbst wird nicht von der NASA, sondern vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Oberpfaffenhofen bei München kontrolliert. 75 Wissenschaftler und Ingenieure steuern die europäischen Aktivitäten auf der ISS. Oberpfaffenhofen koordiniert das wissenschaftliche Programm von Forschungszentren in ganz Europa und steuert die technischen Systeme des Labors von der Heizung bis zur Luft- und Wasserversorgung.

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