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19.05.2008 
Deutsche Bahn

Bahn investiert in neue Zugtechnik

von Eberhard Krummheuer

Die Deutsche Bahn steht vor einer umfassenden Erneuerung ihrer Fernverkehrsflotte. Technisch werden die künftigen Zuggenerationen auf dem Triebzug-Konzept des ICE 3 aufbauen. Der Industrie winkt ein über mehrere Jahre verteiltes Auftragsvolumen von zwei Milliarden Euro. Die Vorteile der neuen Fahrzeug-Generation.

Mit dem ICE 3 hat die Bahn gute Erfahrungen gemacht. Jetzt wird die neue Generation des Hochgeschwindigkeitszugs geplant. Foto: dpaLupe

Mit dem ICE 3 hat die Bahn gute Erfahrungen gemacht. Jetzt wird die neue Generation des Hochgeschwindigkeitszugs geplant. Foto: dpa

BERLIN. Während die Bahn heute die Möglichkeit hat, jeweils zwei ICE 2- oder ICE-3-Züge der Nachfrage entsprechend zu kuppeln, will die Bahn mit der neuen Generation flexibler beim Platzangebot werden. "Wir brauchen mehr Variationsmöglichkeiten bei den Zuglängen, um besser als bisher den Marktanforderungen folgen zu können", sagte Personenverkehrsvorstand Karl Rausch-Friedrich dem Handelsblatt. "Wenn die Nachfrage in einem Fahrplanjahr um fünf Prozent wächst, dann wollen wir im nächsten Jahr mit einem um fünf Prozent aufgestockten Platzangebot den Markt besser bedienen." Von der Industrie würden entsprechende Konzepte erwartet. Anders als bei den Vorgänger-Generationen will sich die Bahn bei der Entwicklung nicht mehr selbst engagieren.

Für die neuen Fernverkehrszüge gibt es zwar noch keine konkreten Entwürfe, doch die grundsätzlichen Vorstellungen sind klar umrissen: "Wir denken uns, dass die Röhre des Triebzuges äußerlich immer gleich ist", sagte Rausch. In puncto Design und der Innenausstattung solle der heutige ICE-Standard erreicht werden. Hohe Anforderungen stelle die Bahn naturgemäß an Energieverbrauch und Umweltfreundlichkeit.


Bildergalerie Bildergalerie: Die schnellsten Züge der Welt


Mit der neuen Generation sollen die seit den 90er-Jahren verkehrenden Hochgeschwindigkeitzüge ICE 1 und ICE 2 sowie das komplette Intercity-Zugangebot ersetzt werden. An Stelle der heutigen Züge mit Loks, die bis zu 200 Stundenkilometer schnell sind, sollen Triebzüge mit einem Spitzentempo von 250 Stundenkilometer rollen. Der Industrie winkt ein über mehrere Jahre verteiltes Auftragsvolumen für 100 bis 130 Züge, das in der Branche auf zwei Mrd. Euro geschätzt wird.

"Wir streben an, ab 2015 jährlich rund 15 Prozent unserer ICE- und Intercity-Züge gegen die neue Fahrzeug-Generation auszutauschen", sagte Rausch. Zuvor soll ein Prototyp entwickelt und erprobt werden, um Kinderkrankheiten im Serienbetrieb mit den neuen Zügen zu vermeiden. Die Ausschreibung soll dieses Jahr gestartet werden.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Auch Marktführer Bombardier erwägt den Einstieg in den Ausschreibungswettbewerb.

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