0 Bewertungen
07.03.2007 

Medikamente gegen Bluthochdruck: Umsatz der führenden Hersteller. Grafik: HandelsblattLupe

Medikamente gegen Bluthochdruck: Umsatz der führenden Hersteller. Grafik: Handelsblatt

Die derzeit gängigen Medikamente wurden überwiegend in den 70er und 80er Jahren entwickelt. Dazu gehören unter anderem so genannte Kalziumantagonisten, die Blutgefäße erweitern und den Herzmuskel in den Anspannungsphasen etwas abbremsen, zum anderen ACE-Hemmer, die den Blutdruck mindern, indem sie den Widerstand in den Blutgefäßen verringern und gleichzeitig verhindern, dass der Körper zu viel Salz und Wasser speichert.

In jüngerer Zeit sind vor allem so genannte Angiotensin-Rezeptor-Blocker (ARBs) – darunter Medikamente wie Diovan, Atacand, Aprovel oder Micardis – auf dem Vormarsch. Sie wirken ähnlich wie ACE-Hemmer, haben aber weniger Nebenwirkungen.

Die Neuentwicklung Tekturna greift im Prinzip in den gleichen Stoffwechselprozess ein wie die etablierten ACE-Hemmer und ARBs. Dabei handelt es sich um eine komplizierte Kaskade von Hormonen und Enzymen, über die der Körper den Blutdruck reguliert. Der neue Wirkstoff unterscheidet sich von etablierten Substanzen dadurch, dass er nicht am Ende, sondern bereits am Anfang des Prozesses in das Geschehen eingreift.

„Durch die Blockade am Ursprung eröffnet ein Wirkstoff wie Tekturna eine interessante neue Option für die Hochdruck-Behandlung“, zitiert Novartis den amerikanischen Kardiologen und Harvard-Professor Marc Pfeffer. Als möglicher Vorteil für den Wirkstoff gilt die Tatsache, dass er aller Voraussicht nach auch gut mit etablierten Mitteln kombiniert werden kann und damit deren Wirkung verbessert.

Zudem gehen Fachleute davon aus, dass Renin und Angiotensin über den Einfluss auf die Gefäße hinaus negative Wirkung auf das Kreislaufsystem entfalten. Eine Blockade der Substanzen könnte daher die Risiken für Herzkreislauf-Patienten generell mindern.

Artikel bewerten:
  • 1 Stern
  • 2 Sterne
  • 3 Sterne
  • 4 Sterne
  • 5 Sterne
Anzeige

Weitere Beiträge aus dem Ressort

Anzeige

Blogkommentare zu diesem Artikel

weiterWirtschaftsWoche Technik-Trends

Billigauto von Rolls-Royce für eine Viertelmillion Euro 

Erlösung für krisengeschädigte Superreiche: Der Luxuslimousinenhersteller Rolls-Royce bringt ein Billigauto – den Ghost für eine Viertelmillion Euro. Weiter


Tach auch, Science Fiction 

Bei einem Abendspaziergang mit seiner Frau und seinem iPhone in Berlin stellt WiWo.de-Technik-Kolumnist Ben Schwan überrascht fest: Die Zukunft ist längst hier - und selbst raffgierige Mobilfunkanbieter halten sie nicht auf. Weiter


Helden des Alltags 

Technik-Highlights müssen nicht zwangsläufig durch Superlative beeindrucken, die ersten ihrer Art sein oder anderweitig mit Getöse daherkommen. Oftmals sind es die kleinen und leisen, aber nicht minder hilfreichen Produkte, die das IT-Leben einfacher machen. Weiter


weiterHandelsblatt Quiz

Biologie: Warum können Bienen eigentlich fliegen?

Los geht's!Eigentlich müssten sie am Boden bleiben – Schneller schlau, die tägliche Portion Wissen.