Diese Zeiten sind vorbei – „auch ohne die Exzellenzinitiative“, wie Mittelstraß betont. Die Elite-Phobie der 70er- und 80er-Jahre halten nur noch einige altlinke Sozialwissenschaftler wie Michael Hartmann (Technische Universität Darmstadt) hoch. Seiner Ansicht nach wird die besondere Förderung einiger Unis die deutsche Hochschullandschaft schädigen und – gemeinsam mit Studiengebühren – den Zugang zu Spitzenpositionen für sozial benachteiligte junge Menschen erschweren.
Axel Meyer, Handelsblatt-Kolumnist und Professor für Evolutionsbiologie an der „Elite-Uni“ Konstanz, sieht das ganz anders. Nach seiner Erfahrung sind für heutige Studenten Qualitätsunterschiede kein Indiz der Ungerechtigkeit, sondern eine Selbstverständlichkeit. „Die Studenten waren den Dozenten voraus“, sagt er. „Die Studienanfänger orientieren sich an den Uni-Rankings im ,Spiegel’, der ,Zeit’ oder im ,Focus’.“
Inoffiziell gab es nämlich selbstverständlich schon seit jeher deutliche Unterschiede im Ansehen der deutschen Universitäten. Das Renommee betrifft allerdings tendenziell nicht eine gesamte Hochschule, sondern ist spezifisch für bestimmte Fächer. Ein Ingenieur-Studium an der RWTH Aachen genoss beispielsweise schon lange ein höheres Ansehen als die gleiche Ausbildung andernorts. Dagegen wird ein Historiker wahrscheinlich eher eine Stelle in Heidelberg oder Freiburg als in Aachen annehmen.
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