An den Computer angeschlossen, lassen sich sämtliche Daten online auswerten. Den weiteren Trainingsablauf können die Käufer dann wiederum aufs Handy laden, damit sie unterwegs vom eingebauten Rechner optimal beraten werden. Eine Stimme unterbricht dann die Musik und gibt Kommandos.
„Gemeinsam mit Adidas schaffen wir damit die Voraussetzungen, damit Sportler noch mehr aus sich herausholen können“, betont IS Kim, der Chef des Europageschäfts von Samsung Electronics. Weil das Gerät ausgesprochen erklärungsbedürftig ist, wird es zunächst vor allem in den eigenen Läden von Adidas und Samsung angeboten. Aber auch Sporthändler mit entsprechender Elektronik-Kompetenz sollen „Mi-Coach“ führen. Zunächst ist der Handy-Trainer nur in Europa erhältlich.
Sport und Elektronik – die Verbindung ist nicht ganz neu. Seit Jahren gibt es hoch gezüchtete Uhren, die Herzfrequenz, Sauerstoff- und Energieverbrauch, Ventilation und Atemfrequenz sowie den Trainingseffekt messen. Solche Uhren wie sie beispielsweise Suunto anbietet, lassen sich auch an den PC anschließen.
Doch das ist noch nicht alles: Einige Hersteller haben Leiterbahnen in ihre Skijacken eingebaut. Die kleinen Kabel im Futter verbinden Druckknöpfe auf der Oberfläche mit einem MP3-Player oder Handy im Inneren. So lassen sich MP3-Player und das Mobiltelefon steuern, ohne die Geräte in der Kälte mit den Handschuhen herausziehen zu müssen.
Ein Anbieter hat sogar Solarzellen auf dem Stoff angebracht, um die Batterien zu sparen. Und der österreichische Skihersteller Atomic hat vor einigen Jahren versucht, den Skifahrern die erste elektronische Bindung schmackhaft zu machen. Ein Blick auf die Pisten zeigt: Bislang hat sich die Elektronik nicht durchgesetzt.
Mit Adidas und Samsung haben sich nun allerdings zwei führende Konzerne auf ihrem jeweiligen Feld zusammengetan: Adidas ist der zweitgrößte Sportkonzern der Welt und Samsung die Nummer drei unter den führenden Handyproduzenten. Beide Unternehmen haben die weltweite Vertriebskraft, um solch ein Produkt in den Markt zu drücken.
Zu konkreten Verkaufszielen machen die Firmen zwar keine Angaben. Adidas-Vorstand Stamminger kündigte allerdings bereits weitere Generationen von „Mi-Coach“ an. Denkbar wäre unter anderem eine Verbindung mit elektronischen Landkarten, um so die Jogger per Satellitenortung auf den rechten Weg zu schicken. So könnte das Sporthandy auch für ambitionierte Radfahrer interessant werden, die heute tragbare Navigationsgeräte benutzen.
