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26.04.2008 
Innovative Brillen

Den Blick geschärft

von Hans Schürmann

Brillenverkäufer haben es nicht leicht: Jeder dritte Kunde ließ sich im Vorjahr neue Gläser einfach in die alte Fassung montieren. Modische Gestelle ziehen bei den meisten Deutschen nicht. Trotzdem könnte Bewegung in die Optikergeschäfte kommen – eine Reihe von Innovationen zielt direkt auf den Sehnerv.

Optiker versuchen verstärkt, ihre Kunden für technische Innovationen zu begeistern. Foto: apLupe

Optiker versuchen verstärkt, ihre Kunden für technische Innovationen zu begeistern. Foto: ap

DÜSSELDORF. Mit neuen Methoden der Augenvermessung und präziseren Fertigungsverfahren macht die Glasindustrie verlockende Versprechen: Träger der neuen Brillen sehen nicht nur schärfer und kontrastreicher, sondern nehmen auch Farben brillanter wahr. Das könnte ziehen.

Glashersteller Carl Zeiss Vision hat eine Messmethode entwickelt, mit der Optiker die Sehleistung ihrer Kundschaft bis auf ein Hundertstel Dioptrien genau ermitteln können. Bisherige Geräte schaffen nur ein Fünfundzwanzigstel Dioptrien. Der Vorteil liegt auf der Hand: „Der Kunde bekommt eine Brille, die noch besser an seine individuelle Sehleistung angepasst ist“, sagt Maik Hartung, Marketingleiter bei dem Aalener Brillenglashersteller.

Zwar trägt in Deutschland heute schon fast jeder zweite eine Brille – insgesamt rund 42 Millionen Menschen. Doch die Interessenvertreter der Augenoptiker sind nicht sonderlich zufrieden: „Nach wie vor liegen die Umsätze unter dem Branchenumsatz vor der Streichung der gesetzlichen Krankenversicherungs-Zuschüsse im Januar 2004“, sagt der Präsident des Zentralverbands der Augenoptiker, Thomas Nosch. Immerhin gab es im Jahr 2007 einen leichten Aufwärtstrend: Die Umsätze stiegen um rund drei Prozent auf etwas mehr als drei Mrd. Euro.

Lange Zeit bestand die Hoffnung der Branche darin, den Kunden die Brille als modisches Assessoire schmackhaft machen zu können. Damit sei man gescheitert, räumt Nosch ein. Einfacher sei es, die Kunden für technische Innovationen zu begeistern. Mit neu entwickelten Geräten zu Vermessung der Augen, einer präziseren Fertigung und mit Hilfen für einen genaueren Einbau der Gläser sei ein Fortschritt hin zu einer höheren Sehschärfe erzielt worden.

„Vor allem mittelständische Augenoptiker nutzen die Chance, sich mit individuell auf den Kunden zu geschnittenen Brillengläsern von Filialisten wie Fielmann oder Apollo Optik zu unterscheiden“, sagt der Verbandspräsident. Kunden kleinerer Läden seien eher bereit, die aufwendigere Beratung zu honorieren.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Individuelle Lösungen

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