0 Bewertungen
12.03.2007 
Lernen am Arbeitsplatz

Der Computer wird zum Kollegen

von Pia Grund-Ludwig

E-Learning ist mittlerweile ein bekannter Begriff, das Lernen am Computer wird in vielen Betrieben zur Weiterbildung und Schulung genutzt. Der Trend geht nun dahin, das Wissen von Schulungsräumen in dynamische Arbeitsabläufe zu verlagern, wobei jeder Mitarbeiter von der Erfahrung anderer profitieren kann.

Zukunftsmodell: E-Learning ist weiter auf dem Vormarsch - und entwickelt sich fort vom Schulungsraum. (Quelle: dpa)Lupe

Zukunftsmodell: E-Learning ist weiter auf dem Vormarsch - und entwickelt sich fort vom Schulungsraum. (Quelle: dpa)

TÜBINGEN. Nachdem Firmen in den letzten Jahren viel mit der Aus- und Weiterbildung am Computer experimentiert haben, gibt es einen neuen Trend: Unternehmen verlegen den virtuellen Klassenraum an den Arbeitsplatz und integrieren den Lernprozess in den Arbeitsablauf. Unterstützt werden sie von Computersystemen, die Kenntnisse nicht mehr trocken, sondern im Verbund mit Arbeitsvorgängen vermitteln und Expertenwissen aus dem Betrieb integrieren. Erste Erfahrungen diskutieren Weiterbildungsexperten am Tag des E-Learnings, am 19. März auf der Computermesse Cebit in Hannover.

Wie die neue Lernstrategie umgesetzt werden kann, zeigt das Beispiel aus dem Daimler-Chrysler-Werk in Mannheim. Das Produktionslernsystem, mit dem neue Mitarbeiter früher in speziellen Schulungsräumen unterrichtet wurden, ist in die Montagehallen verlegt worden. Es ist per Intranet mit einer Wissensdatenbank verknüpft, über die sich die Neulinge nach einer Grundschulung individuell und ausgehend von ihren Kenntnissen über werksspezifische Abläufe informieren können.

Basis der Datenbank sind nicht nur allgemeine Fachinformationen, sondern auch das spezielle Knowhow der erfahrenen Kollegen im Unternehmen, so dass beispielsweise bei der Vorbereitung einer Maschine auf einen bestimmten Arbeitsvorgang – dem so genannten Umrüsten – gleich der optimale, im Betrieb erprobte, Weg präsentiert wird.

Die Datenbank ist interaktiv, so können auch die neuen Mitarbeiter Ideen für eine Verbesserung der Abläufe eingeben. Ein Redaktionsteam aus erfahrenen Kollegen prüft, ob die Vorschläge sinnvoll sind und geben sie dann als Best Practice frei. „Mit den Ideen haben wir bereits Rüstzeiten von Maschinen deutlich verkürzen können“, berichtet Kerstin Sebold Mitarbeiterin in der Daimler-Chrysler-Personalabteilung.

Bei der Umsetzung der neuen Lernstrategie ist der Autobauer noch am Anfang. In Mannheim sind zwar die Terminals inzwischen flächendeckend aufgestellt, in anderen Standorten wie Wörth oder Kassel laufen aber zunächst Pilotversuche.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Auch in anderen Industriezweigen sind interaktive Lernformen auf dem Vormarsch

Artikel bewerten:
  • 1 Stern
  • 2 Sterne
  • 3 Sterne
  • 4 Sterne
  • 5 Sterne
Anzeige

Weitere Beiträge aus dem Ressort

Anzeige

Blogkommentare zu diesem Artikel

weiterWirtschaftsWoche Technik-Trends

Porsche Panamera Turbo: Pro Familia 

Rennfahrer Johannes Stuck fuhr den neuen viertürigen Porsche Panamera Turbo. Weiter


"Umkehren können" 

Bergprofi und Extremreisen-Spezialist Ralf Dujmovits über Risiken, Grenzerfahrungen und Instant-Abenteuer. Weiter


Warum wir uns ohne Mut nicht weiterentwickeln 

Wachstum, Fortschritt und Karrieren gibt es nur, wenn Menschen bereit sind, Risiken einzugehen. Weshalb wir so unterschiedlich darauf reagieren und wie wir lernen, Gefahren besser von Chancen zu unterscheiden. Ein Plädoyer für mehr Wagemut. Weiter


weiterHandelsblatt Quiz

Stoffgeschichte: Was ist das härteste Material der Welt?

Los geht's!Konkurrenz für den Diamanten – Schneller schlau, die tägliche Portion Wissen.