Die Suche nach Wasser und möglicherweise Mikroorganismen auf dem Mars kann man auch als motivierende Vorbereitung auf dieses ehrgeizige Programm betrachten. Die Aussicht, auf einem möglicherweise belebten Planeten (selbst wenn es nur mikroskopische Einzeller sein sollten) zu landen, macht das Programm nicht nur für die Raumfahrer selbst, sondern vor allem auch für die Öffentlichkeit attraktiver – und rechtfertigt vielleicht eher die enormen und kaum abschätzbaren Kosten. Das Budget der Nasa beträgt im laufenden Jahr 16,8 Mrd. Dollar und soll bis 2012 auf 18,9 Mrd. Dollar jährlich ansteigen.
Inzwischen erwartet man in Cape Canaveral den Start der neuen Mars-Sonde mit einiger Spannung. Den Namen Phoenix – nach dem mythischen Vogel der Antike, der aus seiner eigenen Asche zu neuem Leben aufsteigt – wählte die Nasa vermutlich mit Bedacht. Denn die erste Sonde, die im Polgebiet des Roten Planeten niedergehen sollte, „Mars Polar Lander“, ist 1999 sang- und klanglos am Mars verschollen. Wahrscheinlich zerschellte sie bei der Landung. Kein Einzelschicksal für eine Marssonde. Mehr als die Hälfte aller Mars-Missionen von Sowjets, Amerikanern und Europäern sind seit 1960 gescheitert.
Der Rote Planet beflügelt die Fantasie:
Mars-Menschen: 1877 hatte der Astronom Giovanni Virginio Schiaparelli auf dem Mars Strukturen entdeckt (so genannte „Canali“, Kanäle), die er auf einer Mars-Karte verzeichnete. In den folgenden Jahren kam es zu einer großen Welle von Romanen über „Mars-Menschen“. In H.G. Wells’ Roman „Krieg der Welten“ erobern „Marsianer“ die Erde.
„Wohnsitz des Lebens“: Auch ernsthafte Wissenschaftler waren lange überzeugt, dass es auf dem Mars intelligentes Leben gibt oder zumindest gab. Der amerikanische Astronom Percival Lowell nannte eines seiner Bücher „Mars As the Abode of Life“ (Der Mars als Wohnsitz des Lebens, 1909) und bestärkte durch sein großes wissenschaftliches Renommee die weit verbreiteten Vorstellungen vom belebten Planeten Mars. Anfang der 20er-Jahre des vergangenen Jahrhunderts horchte der Funk-Pionier und Physik-Nobelpreisträger Guglielmo Marconi nach Radiosignalen von Außerirdischen. Er behauptete auch, Signale vom Mars empfangen zu haben.
Zerstörte Fantasien: Die Bilder der Mars-Sonden seit den 1960er-Jahren widerlegten Schiaparellis „Canali“ als optische Täuschung und zerstörten alle Marsianer-Fantasien. Im Kino taugen sie seither nur noch als schrille Witzfiguren für die Komödie „Mars Attacks“ (1996, Bild). Die ersten und einzigen intelligenten Lebewesen auf dem Mars werden wohl amerikanische Astronauten sein.
