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18.05.2007 

 Funktionsprinzip eines Geothermie-Kraftwerks. Grafik: HandelsblattLupe

Funktionsprinzip eines Geothermie-Kraftwerks. Grafik: Handelsblatt

Die Schweizerische Vereinigung für Geothermie (SVG) schlägt denn auch vor, fünf bis zehn neue Tiefenbohrungen zur Erforschung der Erdwärmenutzung vorzunehmen. Zur Stromproduktion „kann und soll die Geothermie einen Beitrag leisten“, betont die Parlamentsabgeordnete und Präsidentin der SVG, Kathy Riklin. Zwar hätten die Erdstöße in Basel die Skepsis gegenüber Großprojekten geweckt. Doch Anlagen für den Hausgebrauch, die oberflächennahe Erdwärme zum Heizen nutzen, seien erprobt. Laut SVG wird in der Schweiz bereits in einem Sechstel der 2006 neu installierten Heizungen Erdwärme verwendet.

Im Bundesumweltministerium in Berlin verfolgen die Beamten die Entwicklung in der Schweiz mit Argusaugen. Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) hebt bei jeder sich bietenden Gelegenheit die Erdwärmenutzung als Alternative etwa zur Kernkraft hervor. Die Technologie stehe in Deutschland zwar noch am Anfang, sagte Gabriels parlamentarische Staatssekretärin Astrid Klug vor kurzem auf einer Fachtagung in Karlsruhe: Sie sei aber wegen ihrer enormen Potenziale für die Zukunft im hiesigen Energiemix unverzichtbar.

Die Zahl der genehmigten oder beantragten Projekte in Süddeutschland, bei denen gebohrt werden darf, beziffert Klug auf 70 bis 80 – mit einem Investitionsvolumen von rund zwei Mrd. Euro. Bundesweit schätzt sie das Investitionsvolumen auf das Doppelte. Das soll trotz der Beben in Basel zunächst auch so bleiben. Da es keine vergleichbaren Vorfälle in der Bundesrepublik gibt, gebe es zurzeit keinen Grund, an der Förderpolitik etwas zu ändern, heißt es aus dem Bundesumweltministerium.

Das beruhigt auch den Bundesverband Geothermie. Zwar werden bislang bei den Erdwärme-Projekten in Deutschland nur heiße Wasserreservoirs in der Tiefe angezapft. Es gibt aber Forschungsprojekte in Potsdam und Hannover, wo ähnlich wie in der Schweiz Wasser in den Untergrund gepresst werden soll. Geoforscher Rüter beruhigt: „Da diese Vorhaben nicht in tektonisch aktiven Gebieten liegen, dürfte hier nichts passieren.“

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