Der zehn Meter lange und 20 Tonnen schwere Frachter war mit der Rakete vom Weltraumbahnhof in Französisch-Guyana ins All gestartet. Seitdem raste der Zylinder hinter der ISS her, die spektakuläre „Verfolgungsjagd“ war in den vergangenen Tagen am Himmel zu beobachten. Am Mittwoch näherten sich beide bereits auf zwölf Meter an.
Mit seiner Nutzlast von 7,5 Tonnen wird der High-Tech-Transporter ein zentraler Pfeiler für die Versorgung des „Außenpostens der Menschheit im All“. Der Prototyp „Jules Verne“ liefert Nahrung, Wasser, Sauerstoff und Treibstoff. Er muss noch zwei weitere Hürden nehmen, bevor die Mission insgesamt als Erfolg gilt. „Jules Verne“ wird sechs Monate lang mit der ISS verbunden bleiben und mit seinem Triebwerk die ständig absinkende Raumstation im August auf eine höhere Umlaufbahn führen. Nach dem Abkoppeln von der ISS endet das ATV als „Luxus-Müllcontainer“: Die Astronauten beladen ihn mit allem, was sie nicht mehr brauchen, bevor in der Atmosphäre über dem südlichen Pazifik verglüht.
Von 2010 bis 2013 sind schon die vier nächsten ATV-Flüge geplant, die Baukosten pro Fahrzeug liegen bei 350 Millionen Euro. Der Transport und die vor 13 Jahren beschlossene Entwicklung der ersten Mission haben die ESA und ihre Partner 1,3 Milliarden Euro gekostet.
Ingenieure von EADS Astrium arbeiten bereits an einer Weiterentwicklung des Transporters für zukünftige Missionen zum Mond und Mars. Außerdem laufen Studien für eine landefähige Version.
