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06.02.2008 

"Columbus" ist ein Laborraum für physikalische, chemische und medizinische Experimente. Hier untersuchen die Wissenschaftler Materialien und Organismen in der Schwerelosigkeit. Das Wachstumsverhalten von Kristallen wird ebenso beobachtet wie die Langzeitwirkungen der Schwerelosigkeit auf den menschlichen Körper.

Etwa 75 Wissenschaftler und Ingenieure steuern im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Oberpfaffenhofen die europäischen Aktivitäten auf der ISS und im "Columbus"-Labor. Sie koordinieren das wissenschaftliche Programm von Forschungszentren in ganz Europa und steuern die technischen Systeme des Labors - von der Heizung bis zur Luft- und Wasserversorgung. Mindestens zehn Jahre lang soll "Columbus" in Betrieb bleiben - und das Sprungbrett für weitere Missionen sein.

"Die europäische Raumfahrtindustrie hat große Fähigkeiten, die wollen wir zeigen", sagt Michael Menking, Direktor der EADS -Raumfahrttocher Astrium. Denn Columbus ist nur der eine Teil der europäischen Leistungsschau. Ende des Monats startet mit der Ariane 5 das "Automated Transfer Vehicel" zu seiner ersten Mission. "Mit dem ATV bringen wir ein völlig neues Transportschiff ins All", sagt Menking.

Denn die bisher stärkste Europarakete wuchtet mit dem ATV ein Multifunktionsschiff zur ISS: 7,6 Tonnen fasst der Druckbehälter, dreimal mehr Nutzlast, als die bisher verwendeten russischen "Progress"-Transporter. Zudem koppelt das Schiff vollautomatisch an die ISS, ein technisches Novum in der Raumfahrt. Mit seinen Triebwerken wird das ATV die Station auf Kurs halten, denn die ISS verliert kontinuierlich an Höhe. Die Zündung der ATV-Triebwerke liften die Konstruktion auf eine höhere Umlaufbahn.

Ariane-Raketen, Weltraumlabor, vollautomatische Frachtkapseln: Europa wird in den kommenden Wochen Präsenz zeigen im All. Auch wenn der Traum von eigenen, bemannten Raumschiffen vorerst einmal ausgeträumt ist, geht der Blick in die Zukunft. Denn ab 2020 plant die USA-Raumfahrtagentur Nasa einen erneuten Besuch auf dem Mond, auch die Russen wollen Kosmonauten zum Erdtrabanten schicken. Chinesen, Inder und Japaner planen eigene Sonden für die Planetenerkundung. "Wir müssen zeigen, das wir gute Kooperationspartner sind", sagt Menking.

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