Da das aber wiederum Moskau eine einzigartige Monopolstellung bescheren würde, arbeiten die USA an einem Parallelprojekt, dem Orion-Programm. Wie einst bei Apollo sollen die Astronauten dann wieder in Kapseln transportiert werden. In jedem Fall aber würde eine zeitliche Lücke entstehen, die allein durch russische Sojus- und Proton-Raketen geschlossen werden müsste. Russische Weltraumtechnik allein wäre es dann auch, die dafür sorgen müsste, dass die ISS Kurs hält. Denn in steter Regelmäßigkeit verliert die ISS an Höhe – was bislang jedes Mal über den Shuttle-Antrieb beim Andocken ausgeglichen wurde.
Die Hoffnung, dass eines Tages tatsächlich auch die Sollbesatzung von sechs Astronauten auf der ISS arbeitet, dürfte dann aber auch aufgegeben werden. Denn in den russischen Sojuskapseln hätten die im Falle einer Evakuierung keinen Platz. Das Ende für das Space-Shuttle hat vor allem mit den Kosten zu tun. Denn der im Kern richtige Grundgedanke, mit dem Shuttle eine wieder verwendbare Raumfähre zu besitzen, rechnet sich nicht. Nach jedem Flug muss das Shuttle so umfassend überholt und mit neuen Teilen ausgestattet werden, dass die Kosten pro Mission bei 500 bis 700 Mill. Dollar liegen. Ein Flug mit der europäischen Ariane-Rakete kostet nur 150 Mill. Dollar.
Unabhängig vom Shuttle, haben sich die USA zum Betrieb der ISS vertraglich verpflichtet. Mindestens bis 2015 soll die Station daher auch weiter in 400 Kilometer Höhe um die Erde kreisen. Die Europäer hoffen jedoch, dass das Programm bis 2020 bleibt. Dies würde sich auch mit der Laufleistung des Columbus-Moduls decken. Für die Nasa sollte Columbus dabei durchaus attraktiv sein. Denn fünf der zehn Forschungseinheiten im Labor sind für die Amerikaner reserviert. Im Gegenzug bringt das Shuttle Columbus „kostenlos“ zur ISS. Mit der Installation des EADS-Labors ist die inzwischen deutlich reduzierte Variante der ISS nun beinahe komplett.
