Zu den ersten Projekten zählt ein Versuch zum Verhalten von Flüssigkeiten in Schwerelosigkeit. Später sollen Mikroorganismen, Zellen, Gewebekulturen, Pflanzen und Insekten untersucht werden. Schon im ersten Jahr sind von deutscher Seite 19 medizinische Experimente geplant. An den Astronauten sollen etwa Auswirkungen längerer Schwerelosigkeit getestet werden. Die Forscher erhoffen sich Erkenntnisse über das Altern, den Gleichgewichtssinn, Veränderungen des Knochenaufbaus und des Immunsystems.
Zehn Experimentierschränke passen in „Columbus“, nur vier fliegen aber vorerst mit. Ein Teil des Platzes wird als Stauraum gebraucht, der Rest steht den Amerikanern zu, als Tribut für den Transfer mit der Raumfähre „Atlantis“.
Am Donnerstag um 20.45 Uhr MEZ soll die „Atlantis“ mit „Columbus“ vom US-Weltraumbahnhof Cape Canaveral abheben. Doch bis zur letzten Sekunde kann der Start erneut abgeblasen werden. Die Sicherheit geht vor - fast auf den Tag vor fünf Jahren war die Raumfähre „Columbia“ verglüht, sieben Astronauten starben. Wegen der Katastrophe wurde das Projekt „Columbus“, das schon 2004 ins All sollte, auf Eis gelegt. Dann war der Start für den 6. Dezember 2007 geplant, musste aber wegen technischer Probleme Tag um Tag verschoben und schließlich erst einmal abgesagt werden. Schuld war eine fehlerhafte Verbindung der Treibstoffsensoren mit der Bordelektronik.
Erst am vergangenen Dienstag tauchte wieder ein Problem auf, Ingenieure entdeckten einen verbogenen Kühlschlauch. Er leckte nicht, musste aber in die korrekte Position gebracht werden. Sonst hätte die Kühlleitung durch Vibrationen beim Start Schaden nehmen können. Nach der Korrektur gab es erneut grünes Licht für den Start.
Die Verantwortlichen beim DLR und auch bei EADS in Bremen, wo „Columbus“ maßgeblich gebaut wurde, bleiben trotz aller Verzögerungen und Probleme gelassen. „Es stört das Projekt nicht, und die Verzögerungen sind der Sicherheit geschuldet. An Nummer eins steht die Sicherheit der Astronauten“, sagt Schütz.
