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13.12.2007 

Vervollständigen Sie bitte folgenden Satz: Der Forschungsstandort Deutschland ist …

Ertl: … besser, als er immerzu schlechtgeredet wird.

Grünberg: … gut, aber man kann alles noch verbessern.

Dass Deutschland durchaus naturwissenschaftliche Exzellenz zu bieten hat, haben Sie beide bewiesen. Aber was können wir tun, um erstens den wissenschaftlichen Nachwuchs auf diesem Level zu halten und zweitens die Zahl der Fachkräfte zu erhöhen – hier ist der Mangel schließlich eklatant.

Ertl: Um den wissenschaftlichen Nachwuchs mache ich mir weniger Sorgen als um die Fachkräfte. Wir führen heute in Deutschland eine permanente Diskussion darüber, dass zu wenig Menschen studieren. Ausbildungsberufen bringen wir dagegen kaum noch Wertschätzung entgegen. Mein Vater war Müllermeister – und sehr stolz darauf. Weltweit werden wir zu Recht um unser duales Ausbildungssystem beneidet – aber bei uns selbst ist heute ein Meister wenig wert. Wenn wir mehr Fachkräfte gewinnen wollen, müssen wir ihren Stellenwert in der Gesellschaft wieder erhöhen.

Grünberg: Das stimmt. Man kann nicht immer nur nach Akademikern rufen. Damit diskriminiert man schließlich die Ausbildungsberufe.

Wenn Sie Ihre wissenschaftliche Karriere Revue passieren lassen: Sind Sie froh, in diesem Zeitalter zu leben?

Grünberg: Ja, sehr. Es ist ein großes Plus für die Wissenschaft, dass sie inzwischen derart globalisiert ist, dass der Austausch mit internationalen Kollegen eine Selbstverständlichkeit ist. Obendrein haben wir heute noch ausreichend Rohstoffe – wobei es mich bedrückt, dass dies einmal anders sein könnte.

Ertl: Ich bin vor allem deswegen froh, heute auf der Welt zu sein, weil wir die längste Friedensperiode erleben, die es bislang in Deutschland gab. Das ist das höchste Gut. Da steht alles andere hintenan.

Das Gespräch führte Dorit Heß

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