Wegen gesundheitlicher Probleme war Schlegel beim ersten Einsatz am Montag zum Andocken des europäischen Weltraumlabors „Columbus“ durch einen US-Kollegen ersetzt worden. Für den zweiten Außeneinsatz der Mission gaben die Ärzte grünes Licht. „Ich fühle mich fit und freue mich auf den Außenbordeinsatz“, sagte Schlegel laut DLR vor dem Ausstieg.
Schon eineinhalb Stunden vor dem Außeneinsatz hatten sich die beiden Astronauten bereitgemacht und ihre weißen Raumanzüge angelegt - allein das ist nach den Worten des Astronauten Thomas Reiter ein „kleines Erlebnis“. Reiter war vor Schlegel der erste Deutsche, der je im Raumanzug in den Weltraum schwebte. „Bis man da drin steckt und den Helm aufhat, vergeht schon eine halbe Stunde“, sagt der DLR- Raumfahrtvorstand. Der Anzug ist mit Lebenserhaltungssystemen, den Übertragungssystemen für die Helmkameras und einem Raketenaggregat für den Notfall selbst eine Art kleines Raumschiff. Der Einsatz ist dennoch nicht ungefährlich. Im All fliegen Mikrometeoriten, außerdem ist der Astronaut einer stärkeren kosmischen Strahlung ausgesetzt.
Trotz der Anstrengung sei ein Außeneinsatz „etwas ganz, ganz Besonderes“, sagt Reiter. „Wenn man zurückkommt, hat man das Gefühl, man hätte alles nur geträumt.“ Er freue sich für Schlegel, dass er den Raumeinsatz machen könne. „Ich habe ihm vor dem Start geraten, dass er das jede Sekunde, die er freihat, genießen soll.“
Als erster Mensch hatte vor mehr als 40 Jahren der russische Kosmonaut Alexei Leonow dieses Erlebnis. Am 18. März 1965 verließ er die Raumkapsel und schwebte fast eine halbe Stunde im All - und wäre beinahe nicht zurückgekommen. Denn sein Raumanzug blähte sich im Vakuum des Alls so auf, dass er nicht mehr durch die Luke in die Kapsel passte. Durch ein Druckventil gelang es ihm schließlich, so viel Luft abzulassen, dass er zurückkehren konnte.
