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17.01.2008 
Stammzellforschung

Großbritannien erlaubt Mensch-Tier-Embryonen

Britische Forscher dürfen künftig Embryonen aus menschlichem Erbgut und Eizellen von Kühen schaffen. Diese so genannten Chimären sollen in der Stammzellforschung verwendet werden. In Deutschland sind derartige Versuche verboten.

HB LONDON. Britische Wissenschaftler dürfen künftig zu Forschungszwecken Embryonen aus menschlichem Erbgut und Eizellen von Kühen und anderen Tieren schaffen. Die zuständige Behörde HFEA erteilte am Donnerstag in London nach mehrmonatiger Prüfung die Genehmigung für die Erzeugung solcher Chimären für die Stammzellforschung. Wissenschaftler des Londoner King's College und der Universität Newcastle begrüßten den positiven Entscheid auf die von ihnen eingereichten Anträge. „Es ist aber ganz wichtig zu wissen, dass wir dies ausschließlich für Forschungszwecke nutzen werden“, betonte Lyle Armstrong, Leiter des Forscherteams aus Newcastle.

Die Zellhybriden, die die Forscher nun nach eigenen Angaben „so rasch wie möglich“ im Rahmen von Versuchsreihen schaffen wollen, sollen zu 99,9 Prozent aus menschlichem und nur zu 0,1 Prozent aus tierischem Material bestehen. Nach britischen Gesetzen müssen diese Embryonen nach maximal 14 Tagen zerstört werden. Sie wären dann nicht größer als ein Stecknadelkopf.

Mit den Versuchen soll festgestellt werden, ob sich solche Chimären-Stammzellen für die Behandlung schwerer Krankheiten eignen. Bei dem Verfahren werden Zellkerne mit menschlicher DNA, die beispielsweise aus Hautzellen entnommen werden, in Eizellen von Kühen verpflanzt. Zuvor müssen die Kerne der Kuhzellen mit dem Kuh-Erbgut entfernt werden. In Deutschland sind derartige Versuche mit menschlichem Erbgut verboten.

Sollten die Versuche erfolgreich verlaufen, sollen in einem weiteren Schritt nach den Vorstellungen der Forscher aus Newcastle und London auch Embryonen aus Mensch und Kaninchen, Ziegen und anderen Tieren entstehen. Unter anderem solle damit der Bedarf für die komplizierten und unangenehmen Eizellspenden von Frauen gesenkt werden, hieß es.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Gefahr von Abstoßungsreaktionen

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