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15.09.2006 
Wissenschaft

Hirnschrittmacher kann Parkinson-Patienten helfen

dpa MANNHEIM. Ein neuartiger Hirnschrittmacher kann einer Studie zufolge Patienten mit einer schweren Parkinson-Erkrankung helfen, ist jedoch mit gravierenden Risiken verbunden.

Die so genannte Tiefenhirnstimulation, bei der über kleine Bohrlöcher im Schädel elektrische Sonden ins Hirn eingeführt werden, habe die Lebensqualität der Studienteilnehmer verbessert und ihre Bewegungsstörungen gelindert, teilte die Deutsche Gesellschaft für Neurologie am Freitag in Mannheim mit. In die Studie - den Angaben zufolge die weltweit erste zu dieser Therapieform - wurden 176 Patienten bis 75 Jahre einbezogen.

Die Teilnehmer hatten seit mindestens fünf Jahren eine schwere Parkinson-Erkrankung. Sie wurden nach dem Zufallsprinzip in zwei Gruppen eingeteilt - entweder erhielten sie ein halbes Jahr lang die Tiefenhirnstimulation oder eine Standardtherapie mit Medikamenten.

Im Gegensatz zu den Teilnehmern mit Hirnschrittmacher hätten die allein mit Medikamenten behandelten Patienten praktisch keine Fortschritte gezeigt, sagte Studienleiter Prof. Günter Deuschl von der Universität Kiel. „Erwartungsgemäß kam es in fast allen Bereichen zu einer Verschlechterung, da die Wirksamkeit der Medikamente nach langjähriger Therapie erloschen war.“

Bei der Tiefenhirnstimulation kam es allerdings bei zehn operierten Patienten - einem Anteil von 13 Prozent - zu schweren Komplikationen wie Blutungen, Infektionen und Anfällen. Ein Teilnehmer starb nach einer Hirnblutung. In der Medikamenten-Gruppe waren drei Patienten von Komplikationen betroffen.

Die Gesellschaft für Neurologie organisiert nächste Woche von Mittwoch bis Freitag in Mannheim ihre Jahrestagung. Experten diskutieren dort über Diagnose und Therapie von Gehirn- und Nervenerkrankungen.

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