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20.09.2008 
Erfolgreicher Textilwaren-Produzent

Ideen spinnen

von Julia Groß

Hans-Peter Mauch wollte sich von der Depression in der Textilbranche nicht anstecken lassen. Und machte das Allgäuer Traditionsunternehmen Zimmermann zu einem Pionier für innovative High-Tech-Garne. Das Produkt ist nicht aufregend, aber seit über 50 Jahren erfolgreich.

Mit modernen Spinnmaschinen aus der Depression. Das Traditionsunternehmen Zimmermann ist ein Pionier für High-Tech-Garne. Foto: dpaLupe

Mit modernen Spinnmaschinen aus der Depression. Das Traditionsunternehmen Zimmermann ist ein Pionier für High-Tech-Garne. Foto: dpa

HB. Der schmale Stichweg zum Firmensitz ist schnell übersehen. Inmitten von saftigen Allgäuer Kuhweiden und Bauernhöfen hat der Garnhersteller Zimmermann seine strahlend weißen Hallen gepflanzt – willkommen in Weiler-Simmerberg!

Ein Weiler? „Kleiner als ein Dorf, aber größer als ein Gehöft“, hilft Wikipedia auf die Sprünge. Doch im Falle Zimmermann täuscht der Eindruck provinzieller Gemütlichkeit. Hinter den Fabriktoren surren Tausende hauchdünne Fäden durch filigrane Maschinenösen. Im Konferenzraum hängen Muster neuer High-Tech-Sportjacken und auf der Weltkarte vor Hans-Peter Mauchs Büro stecken zahllose kleine Kundenfähnchen von Brasilien bis Japan.

Der 49-jährige Mauch, ein sportlicher Typ, ist Produzent von Stützstrümpfen und Sockenbündchen. „Ein nicht besonders aufregendes Produkt“, räumt der Geschäftsführer ein. Aber ein solides Geschäft, das seit über 50 Jahren gut läuft: 400 Tonnen so genannter elastischer Umwinde- und Umwirbelungsgarne verlassen pro Jahr das Werk und werden in der ganzen Welt weiterverarbeitet. „Im Umwinden von Kernfäden mit anderen Materialien macht uns niemand etwas vor“, sagt Mauch.

Fäden mit Funktion.

Das Wissen um die Kernkompetenz ließ Mauch mutig werden: Als die Stimmung in der deutschen Textilbranche in den Keller rutschte und alles nach China und Osteuropa zog, investierte Mauch nirgendwo anders als in Weiler-Simmerberg. Zuerst in neue Maschinen, und dann in neue Ideen. „Wir wollten unbedingt einen Mehrwert für unsere Partner erzeugen“, sagt er.

Heute steht fest, welcher Mehrwert das ist: Mit der eigens gegründeten Sparte Novonic stellt das Traditionsunternehmen nun auch Garne her, die sich dehnen, knicken und waschen lassen – aber zugleich Strom und Daten übertragen. Ein silberbeschichtetes Kupferkabel im Innenleben und eine besondere Wickeltechnik lassen so multifunktionale Textilien entstehen.

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