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14.02.2008 
Internetportal Innocentive

Ideenbörse für Innovationen

von Susanne Donner

Das Internet als großes Entwicklungslabor. Forscher aus aller Welt helfen Unternehmen über das Webportal von Innocentive dabei, Entwicklungsprobleme zu lösen. Belohnt werden sie mit Preisgeldern von bis zu 100 000 Dollar. Nicht alle sind damit zufrieden.

Kreative Entwicklungen versprechen hohe Preisgelder. Foto: apLupe

Kreative Entwicklungen versprechen hohe Preisgelder. Foto: ap

DÜSSELDORF. Das US-Unternehmen Innocentive lockt mit hohen Preisgeldern: Wer einen Klebstoff für Leder erfindet, dem winken 20 000 US-Dollar. Für eine fettarme Schokoglasur bekommt der Erfinder sogar 40 000. Noch mehr gibt es für denjenigen, der den unangenehmen Geruch eines Lebensmittels beseitigt. Das 2001 von der Pharma-Firma Eli Lilly gegründete Unternehmen versteht sich als Web-Marktplatz ungelöster Forschungsfragen. Mehr als 125 000 Entwickler aus aller Welt haben sich bereits registrieren lassen.

Zu den Kunden sollen nach Angaben von Innocentive bereits Boeing, Dupont, Dow Agrosciences, Nestlé Purina, Ciba Specialitity Chemicals, BASF, Henkel und Procter & Gamble gehören. „Keine Firma ist so mächtig wie ein Netzwerk aus so vielen Menschen“, sagt Marketingchef Ali Hussein. „Es sind die Fähigkeiten all dieser Gehirne, die da zusammenkommen.“ Den Anteil gelöster Aufgaben bezifferte er 2006 auf 35 Prozent. Die Erfolgsraten in der unternehmenseigenen Forschung lägen hingegen nur bei 12 Prozent.

Bei Innocentive reicht für manche Aufgaben ein Konzept auf dem Papier. Zumeist muss der Lösungsvorschlag aber das Produkt beinhalten, etwa die fettarme Schokoglasur samt Rezept. Wer den Kunden zufrieden stellt, erhält das Preisgeld. Die Unternehmen zahlen zudem an Innocentive eine Provision von mindestens 20 Prozent der Prämie und eine Jahresgebühr von 80.000 US-Dollar.

Die Auftraggeber bleiben anonym. Während Firmen wie BASF oder Ciba Specialitity Chemicals über ihre Erfahrungen mit Innocentive schweigen, zeigte sich der Biotechnologie-Konzern Dow Agrosciences gegenüber der Zeitschrift Chemical Engineering & News freimütig: Seit 2003 stelle das Unternehmen jeden Monat eine ungelöste Forschungsaufgabe bei Innocentive online. Die Erfolgsrate in der Forschung sei gestiegen – und die Kosten gesunken. „Wir schauen nach Möglichkeiten, um das Maximum aus jedem Dollar herauszuholen“, sagt Dan Kittle, Vizepräsident für Forschung.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Wie ein Chemiker an drei Tagen 20 000 Dollar verdient

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