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15.06.2008 
Automatische U-Bahn

In Nürnberg rollen jetzt die Geisterzüge

Deutschlands erste vollautomatisch betriebene U-Bahn hat jetzt auch offiziell ihren Betrieb aufgenommen. Auf der 6,5 Kilometer langen Strecke in Nürnberg werden Fahrgäste künftig auf eine weltweit einzigartige Weise durch den Untergrund befördert.

Die neuen U-Bahnen ohne Fahrerkabine ermöglichen einen seltenen Blick auf die Strecke. Foto: dpaLupe

Die neuen U-Bahnen ohne Fahrerkabine ermöglichen einen seltenen Blick auf die Strecke. Foto: dpa

HB NÜRNBERG. Mit zweijähriger Verzögerung hat Deutschlands erste vollautomatisch betriebene U-Bahn in Nürnberg ihren Betrieb aufgenommen. Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee und Oberbürgermeister Ulrich Maly nahmen am Samstag die 6,5 Kilometer lange neue Strecke offiziell in Betrieb. Die High-Tech-Bahn hatte ursprünglich schon im Jahr 2006 fahren sollen. Der Starttermin war aber wegen technischer Probleme immer wieder verschoben worden.

Bei den neuen U-Bahnen ersetzen Computer entlang der Strecke, im Stellwerk und der zentralen Serviceleitstelle den Fahrer. Überwacht wird die Zugsteuerung wiederum von der automatischen Zugsicherung, einer Art virtuellem Kontrolleur.

In den Bahnhöfen sorgt zudem eine Hinderniserkennung im Gleisbett dafür, dass die U-Bahn rechtzeitig zum Stehen kommt, falls jemand aufs Gleis gestürzt ist. Speziell ausgestattete Türen sollen auch verhindern, dass Fahrgäste oder Gegenstände beim automatischen Schließen eingeklemmt werden.

Für weltweites Aufsehen sorgt die Nürnberger Automatik-U-Bahn aber vor allem wegen einer technischen Besonderheit: Erstmals teilen sich computergesteuerte Züge eine Teilstrecke mit konventionellen gesteuerten Zügen. Bisher werden fahrerlose U-Bahnen, etwa in Lyon oder London, nur auf abgeschotteten Strecken eingesetzt. Der sogenannte Mischbetrieb galt bislang als zu riskant.

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