Der deutsche Branchenverband ZVEI geht davon aus, dass die Autohersteller dieses Jahr weltweit in jeden Wagen im Schnitt Chips für 320 Dollar einbauen. Im Jahr 2020 sollen es bereits 700 Dollar sein. Größter Anbieter von Halbleitern für Autos ist der US-Konzern Freescale mit einem Marktanteil von elf Prozent. Es folgt Infineon
mit knapp zehn Prozent vor ST Microelectronics.
NXP, die ehemalige Halbleitersparte von Philips,
liegt auf Rang sechs mit sechs Prozent Anteil. Insgesamt werden für rund 18 Mrd. Dollar Chips an die Autobranche verkauft. Dabei ist der Markt seit 1995 im Schnitt jedes Jahr um neun Prozent gewachsen. Das ist deutlich mehr als der gesamte Halbleitermarkt, der es nur auf sechs Prozent jährlich brachte.
Für die Chiphersteller ist die Autobranche noch aus einem ganz anderen Grund interessant: Das Geschäft ist vergleichsweise berechenbar. Im Gegensatz dazu schwanken Preise und Umsätze mit Abnehmern aus der Computerindustrie und der Unterhaltungselektronik viel stärker.
Infineon
Für die Autobauer zählt jede noch so kleine Einsparung. Denn für jedes Gramm CO2, um das sie den Grenzwert überschreiten, müssen sie hohe Strafen zahlen, falls sich die EU mit ihren Plänen durchsetzt. Ziel der gesetzlichen Grenzwerte ist es, die Kohlendioxid-Emissionen aller in der EU zugelassenen Neuwagen ab 2012 auf 130 Gramm pro Kilometer zu begrenzen. Zurzeit liegt der durchschnittliche CO2-Ausstoß bei 160 Gramm.
Neue Chancen
Der Glücksfall
Für die Chipindustrie ist das neu erwachte Interesse am Klimaschutz extrem wichtig. Denn durch moderne Elektronik lässt sich in vielen Geräten Strom sparen. Dabei werden jeweils die modernsten Halbleiter eingesetzt. Das betrifft nicht nur Autos, sondern auch die Steuerungen von Klimaanlagen, Heizungen oder von Computern.
Gute Aussichten
Durch gesetzliche Vorgaben tun sich für die Halbleiterhersteller neue Märkte auf. Überall auf der Welt versuchen die Regierungen, die Menschen zum Stromsparen zu zwingen. Die Chipanbieter rechnen deshalb auf Jahre hinaus mit Wachstum.
