0 Bewertungen
25.04.2008 

Lohnt sich der ganze Stress eigentlich finanziell? Allein zum Wohl von Wissenschaft und Fortschritt fliegen natürlich auch Esa-Astronauten nicht ins All. Das Grundgehalt eines europäischen Raumfahrers liegt derzeit bei rund 4300 Euro. Nach Anschluss der Trainingsphase gibt es 1000 Euro mehr, der erste Flug ins All bringt noch einmal einen vergleichbaren Gehaltssprung. Hinzu kommen Zulagen, etwa für Auslandsaufenthalte bei Trainingsphasen in Russland oder den USA. Der Weltraum zählt übrigens nicht als Ausland, für einen Flug ins All gibt es auch keine Gefahrenzulage. „Wir hatten auch einmal einen Bewerber, der mit uns über eine Kilometerpauschale verhandeln wollte – keine Chance“, sagt Frank Danesy.

Doch natürlich ist der Astronautenberuf nicht erste Wahl, wenn es darum geht, reich zu werden. Verlockender könnte da schon die Aussicht sein, als erster Europäer seinen Fuß auf den Mond zu setzen. Der Erdtrabant, der seit dem Ende des Apollo-Programms Anfang der 70er-Jahre keinen irdischen Besuch mehr erhalten hat, ist derzeit in den Chefetagen der Raumfahrtbehörden so populär wie lange nicht mehr. Und die Aussichten stehen nicht schlecht, dass sich irgendwann um das Jahr 2020 herum Amerikaner und Europäer gemeinsam auf den Weg zum Mond machen. Die Rechnung ist einfach: Wer heute mit Mitte 30 zum Astronautenteam stößt, ist 2020 noch im besten Raumfahreralter.

Gut möglich, dass beim Flug zum Mond eine Frau auf dem europäischen Platz sitzen wird. Derzeit ist das Esa-Astronautenteam zwar eine reine Männersache, und die europäische Weltraumbehörde hat bislang auch überhaupt erst eine Frau ins All geschickt: Die Französin Claudie Haigneré flog 2001 an Bord einer russischen Sojus-Kapsel zur Raumstation ISS. Doch mit dem anstehenden Bewerbungsverfahren hoffen die Esa-Verantwortlichen, dieses Ungleichgewicht etwas abzumildern.

„Wir ermuntern alle Frauen mit entsprechen Qualifikationen, sich zu bewerben“, sagt Frank Danesy. „Natürlich gibt es keine Frauenquote im Astronautenteam, aber ich wäre schon sehr überrascht, wenn diesmal kein weiblicher Astronaut dabei wäre.“ Und natürlich hätte eine Astronautin, einmal im Team angekommen, die gleichen Chancen wie ein Astronaut, als Europas erster Mondreisender aus der Landefähre zu klettern. Es wäre nur ein kleiner Schritt für eine Frau – aber ein großer Sprung für die Esa.

Der Weg ins Astronautenteam:

Die Bewerbung für das Esa-Astronautenteam erfolgt ausschließlich über das » Internet

Interessenten müssen sich vorab von einem Mediziner die Flugtauglichkeit bescheinigen lassen. Ein entsprechendes Zeugnis muss mit der Bewerbung hochgeladen werden.

Start der Bewerbungsfrist: 19. Mai

Dauer: 4 Wochen

Artikel bewerten:
  • 1 Stern
  • 2 Sterne
  • 3 Sterne
  • 4 Sterne
  • 5 Sterne
Anzeige

Weitere Beiträge aus dem Ressort

Zuletzt besucht / gesucht

Anzeige

weiterHandelsblatt Quiz

Katastrophen: Was war der lauteste Knall der Geschichte?

Los geht's!Schon gehört? Es hat ordentlich gekracht in ... – Schneller schlau, die tägliche Portion Wissen.