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16.04.2007 
Nissan und NEC kooperieren

Neue Stromquellen für Autos

von Finn Mayer-Kuckuk

Der japanische Autohersteller Nissan und der Elektrokonzern NEC entwickeln gemeinsam einen neuen Batterietyp für Hybrid- und Wasserstoffautos. Die Japaner wollen mit einem halb so großen und doppelt so starken Akku ihren Vorsprung in der umweltfreundlichen Autotechnik ausbauen.

Japanisches Bündnis: NEC und Nissan entwickeln gemeinsam eine Lithium-Ionen-Batterie. Foto: apLupe

Japanisches Bündnis: NEC und Nissan entwickeln gemeinsam eine Lithium-Ionen-Batterie. Foto: ap

TOKIO. Bisher sind für den Antrieb von Fahrzeugen Nickel-Metallhydrid-Akkus üblich. Nissan und NEC wagen sich erstmals an den Einsatz von Lithium-Ionen-Akkus, wie sie bereits in Handys im Gebrauch sind. Dieser Typ von Batterien gibt zwar mehr Strom ab, ist aber schwerer zu beherrschen. Im vergangenen Jahr waren eine Reihe von Lithium-Ionen-Akkus in tragbaren Computern explodiert. Nur ein Partner von Daimler-Chrysler hat derzeit ebenfalls eine Lithium-Ionen-Batterie für den Antrieb von Autos in Entwicklung.

Nissan und NEC gaben am Freitag bekannt, ein Gemeinschaftsunternehmen namens Automotive Energy Supply Corporation (AESC) zu gründen. „Wir haben eine neue Lithium-Ionen-Batterie entwickelt, die wir bis 2009 auf dem Markt anbieten wollen“, sagt Nissans Technik-Vorstand Minoru Shinohara. Bei dem Akku handelt es sich um eine neue Art von Lithium-Ionen-Batterien, die sich durch Laminieren in buchgroße Module unterteilen lässt.

Die neue Technik unterscheide sich deutlich von der, die bisher in Handys und Computer stecke, sagt Takehiko Nakata, Präsident von NEC Tokin, einer Elektronik-Tochter des Konzerns. Das Kathodenmaterial sei nicht wie bisher zylindrisch gewickelt, sondern in Schichten angeordnet. Dadurch sei das Verhalten der Akkus besser steuerbar. Gefahren durch Überhitzung schließt Nakata bereits in der gegenwärtigen Entwicklungsphase aus.

AESC soll von Anfang an nicht nur für Nissan produzieren, sondern für alle Autohersteller, die Hochleistungsbatterien benötigen. Die Akku-Pakete lassen sich in jede Form pressen, die von den Autobauern nachfragt werden. Die Batterie wird je nach geforderter Leistung mit einzelnen Modulen maßgeschneidert und soll zwischen Fahrzeugboden und Fahrgastzelle passen. Je nach Anwendung – in einem Hybridauto, einem Brennstoffzellenauto oder einem reinen Elektroauto – ließen sich andere Eigenschaften einstellen.

Nissan-Vorstand Shinohara verspricht, dass Elektroautos mit den neuen laminierten Lithium-Akkus 200 Kilometer weit fahren – herkömmliche Technik reicht nur für 100 Kilometer. Die Beschleunigung von Null auf Hundert soll spürbar schneller gehen. Das Unternehmen baut bisher schon einfachere Lithium-Ionen-Akkus in Elektroautos ein. Auch die Prototypen der Brennstoffzellenautos sind mit der Technik bestückt.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Kann Panasonic nachziehen?

Im Dezember hatte Nissan angekündigt, künftig besonders auf umweltfreundliche Produkte zu setzen. Der Schönheitsfehler bisher: Nissan kaufte den Antrieb für die Serienproduktion seiner Hybridautos beim Konkurrenten Toyota. Durch die Kooperation mit NEC will das Unternehmen nun unabhängig vom Marktführer werden.

Toyota hingegen bezieht seine Nickel-Metallhydrid-Akkus aus einem Gemeinschaftsunternehmen mit dem Elektrokonzern Matsushita: Panasonic EV Energy besteht seit 1996 und gilt als technischer Marktführer auf diesem Gebiet. Die deutsche Autoindustrie hat Spriteinsparungen bisher über die Weiterentwicklung von Dieselmotoren realisiert und springt erst jetzt auf den Hybrid-Zug auf. Ein Nissan-Manager hält es daher für denkbar, dass die Deutschen einmal gute Kunden bei AESC werden könnten.

Es bleibt spannend zu sehen, ob und wann Panasonic EV Energy mit eigenen Lithium-Ionen-Konzepten an die Öffentlichkeit gehen wird. Für Daimler-Chrysler arbeitet der französische Industriebatteriespezialist Saft an einer Lithium-Ionen-Batterie, die zumindest für einen „milden Hybrid“ reichen soll. Akkus dieser Fahrzeuge müssen das Auto nicht alleine beschleunigen, sondern arbeiten immer mit dem Benzinmotor zusammen.

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