Die Installation einer Solaranlage ist teuer und rechnet sich erst nach einiger Zeit. Um die Kosten zu senken, haben die meisten Hersteller in den vergangenen Jahren vor allem an der Wirksamkeit der Solarzellen gearbeitet – und dabei Aufbau und Montagetechnik völlig außer Acht gelassen. Doch das beginnt sich nun zu ändern.
DÜSSELDORF. Solaranlagen waren lange Zeit ein Selbstläufer. Dank der Förderung durch das Erneuerbare Energiegesetz (EEG) deckten die sicheren Einnahmen durch die Einspeisung des auf dem eigenen Hausdach erzeugten Stroms in das öffentliche Netz schon nach wenigen Jahren die ursprünglichen Kosten. Doch Jahr für Jahr sinken die Zuschüsse. In Zukunft werden die potenziellen Selbstversorger (Sonnenenergieerzeuger) daher beim Kauf einer Anlage verstärkt auf den Preis und die Ausstattung achten.
Während die meisten Hersteller von Fotovoltaikanlagen in den vergangenen Jahren zur Kostensenkung vor allem an der Effizienz der Solarzellen gearbeitet haben, wurde der Aufbau und die Montagetechnik vernachlässigt. „Solange das Geschäft gut lief, hat sich kaum ein Unternehmen um Vereinfachungen bei der Installation der Anlagen gekümmert“, sagt Christian Kirschning, Gründer von Sunclip.
Schon vor sechs Jahren als der 36-Jährige noch als Student bei einem Solaranlagenbauer gearbeitet hat, ist ihm das umständliche Verfahren aufgefallen. Bisher werden auf dem Dach oder auf einem Feld Gerüste aus Holz, Aluminium oder Stahlstreben gebaut. Auf diesen werden später die eigentlichen Solarmodule mit Klemmen befestigt und mühsam auf der Unterseite verkabelt. Und gerade diese Kabelverbindungen sind häufig die Schwachstelle der Anlage, da sie Wind und Wetter ausgesetzt sind, reißen, brechen, rosten oder von Madern zerbissen werden können.
Kirschning, der eigentlich Betriebswirtschaft studiert hat und als Unternehmensberater deutsche Konzerne beim Markteintritt in China unterstützt hat, bastelte in seinem Keller ein eigenes Montagesystem. Im Gegensatz zum bisherigen Modell müssen die Solarmodule nicht mehr einzeln mit Schrauben an dem Gerüst befestigt werden, sondern werden einfach in eine Schiene eingelegt und durch eine zweite Schiene, die von oben auf das Modul gedrückt wird, eingeklemmt. Gleichzeitig wird dabei über einen speziellen Stecker, der in dem Modul integriert ist, die Verbindung zum Stromkreislauf hergestellt. Lästige Verbindungen und Kabel unter der Anlage verschwinden damit direkt in einer der Schienen.
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Sunclip hat dabei gleich mehrere Vorteile. Zum einen wird die Lebensdauer der Anlagen verlängert. Noch entscheidender könnte aber sein, dass die Installation vereinfacht und verkürzt wird. Und gerade die Montagekosten machen einen Großteil der Gesamtausgaben für ein komplettes System aus.
Seine Erfindung hat Kirschning inzwischen in den wichtigsten Märkten für Solaranlagen Europa, Japan und den USA zum Patent angemeldet. „Momentan präsentiere ich das System bei den Herstellern von Solaranlagen“, sagt Kirschning, der sich mittlerweile ausschließlich um das Projekt kümmert und seinen Job als Unternehmensberater gekündigt hat.
„Verbesserungen am Aufbau der Anlagen werden in Zukunft mit Sicherheit wichtiger“, bestätigt Michael Schäfer, Geschäftsführer von Energiebau, einem Systemanbieter und Fachgroßhandel für Photovoltaikanlagen in Köln. Ob sich das Modell von Sunclip durchsetzen wird, müsse sich aber noch zeigen.
Dann jedoch könnte es auch für Kirschning ein echter Erfolg werden. Immerhin werde der Markt für Solaranlagen weiterhin um 30 bis 40 Prozent im Jahr wachsen. Das schätzt zumindest die Unternehmensvereinigung Solarwirtschaft. Denn auch wenn die Förderung sinkt, wird die Stromerzeugung auf dem eigenen Dach gerade in Zeiten steigender Energiepreise immer attraktiver.
