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11.09.2006 
Bekanntes Konzept mit neuer Technik

Orion bereitet den Weg zum Mond

von Anatol Johansen

Der Space-Shuttle-Nachfolger Orion ist der erste Großauftrag der Nasa seit mehr als drei Jahrzehnten. Den Zuschlag für den Bau hat der vor allem als Rüstungshersteller bekannte Konzern Lockheed Martin bekommen. Die Pläne sind hochtrabend. Bei der Technik haben sich die Konstrukteure von den alten Apollo-Kapseln inspirieren lassen.

Computersimulation des Space-Shuttle-Nachfolgers Orion im All. Foto: Lockheed MartinLupe

Computersimulation des Space-Shuttle-Nachfolgers Orion im All. Foto: Lockheed Martin

DÜSSELDORF. „Der Wettbewerb war wild und heftig“, berichtete Doug Cooke von der Nasa. Dennoch war viel Gefühl im Spiel bei der jetzt erfolgten Vergabe des Auftrages für die Entwicklung und Bau des Raumfahrzeuges, das spätestens ab 2014 den maroden amerikanischen Raumtransporter (Space Shuttle) ersetzen soll. Bis zum 7. September 2014 soll das neue „Orion“-Raumschiff in der Lage sein, sechs Mann pro Flug auf die Raumstation ISS (International Space Station) und später zurück zur Erde zu transportieren.

Danach warten weitere Aufgaben. In einer zweiten Version soll der Raumflieger fähig werden, spätestens ab 2020 vier Astronauten für eine Woche auf den Mond zu bringen. – Im ersten Mondlandeprogramm Apollo konnten jeweils nur zwei Mann höchstens drei Tage lang dort oben verweilen.

Später steht dann auch noch die erste Planetenreise von Menschen auf dem Programm. Geplant ist zumindest, Orion zu einem Marsschiff auszubauen, das bei einer annähernd zweijährigen Reise, sechs Astronauten zu unserem rötlich schimmernden Nachbarplaneten und wieder sicher zurück zur Erde transportieren soll.

Diese recht verschiedenartigen Aufgabenstellungen für Orion hat inzwischen allerdings auch Kritiker auf den Plan gerufen. Das geplante Fahrzeug sei zu einer Art „Eierlegender Wollmilchsau“ geworden. Dadurch müssten zu viele Kompromisse gemacht werden, heißt es. Es könnte zwar die verschiedenen Einsatzzwecke erfüllen. Aber keinen von ihnen optimal.

Der Ablauf des jetzt geplanten zweiten US-Mondlandeprogramms würde weitgehend – wenn auch nicht völlig – der Vorgabe der ersten US-Mondlandungen (Unternehmen Apollo 1969 bis 1972) folgen. So wird man, wie seinerzeit auch, jetzt ebenfalls eine neue Großrakete entwickeln. Sie soll die Motoren der Raumtransporter benutzen. Doch während heute die Raumfähren von jeweils nur drei großen Triebwerken und zwei gigantischen mehr als 40 Meter langen Feststoff-Raketen ins All gehievt werden, soll der neue Super-Weltraumbooster gleich von fünf Shuttle-Triebwerken und fünf riesigen Feststoff-Raketen ins All gewuchtet werden.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Womöglich schubstärksten Rakete der Raumfahrt-Geschichte

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