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26.07.2005 
Unangenehme Fixierung des Patienten wird vermieden

Präzise Strahlen ersetzen das Skalpell

von Chris Löwer

Der Tumorpatient trinkt in Ruhe einen Cappuccino, lässt sich danach behandeln und geht am nächsten Tag wie gewohnt zur Arbeit. Die Cyberknife-Technik verbessert die Behandlung von Gehirntumoren und ermöglicht eine ambulante Bestrahlung.

MÜNCHEN. Der Tumorpatient trinkt in Ruhe einen Cappuccino, lässt sich danach behandeln und geht am nächsten Tag wie gewohnt zur Arbeit. So unkompliziert und entspannt läuft eine Therapie am gerade eröffneten Europäischen Cyberknife-Zentrum in München-Großhadern ab - das verspricht jedenfalls Alexander Muacevic. Der behandelnde Arzt hat vor einer Woche zusammen mit seinem Kollegen Berndt Wowra den ersten Tumorpatienten ambulant bestrahlt.

Bei der Cyberknife-Technik handelt es sich um einen radiochirurgischen Eingriff, der im Gegensatz zur üblichen Radiotherapie mit einer hohen Strahlendosis arbeitet, die mit Hilfe von Präzisionsrobotik und einem neuen Bildortungssystem hochgenau auf den Tumor gelenkt wird. Mit dieser Methode kann bei der Behandlung eines Gehirntumors auf eine unangenehme Fixierung des Patienten verzichtet werden. Bislang ist es bei Bestrahlungen des Gehirns üblich, durch einen am Schädel befestigten Rahmen den Kopf zu fixieren. Das ist schmerzhaft und verlängert die Behandlung drastisch.

Zu Beginn der Behandlung wird der Patient gebeten, sich auf den Behandlungstisch zu legen, wobei lediglich eine vorher individuell angepasste Kopfstütze angelegt wird. Muacevic und Wowra überwachen den Patienten per Videokamera. Das computergesteuerte Bildortungssystem hält den Tumor während der gesamten Behandlung im Blick und gleicht kleinere Bewegungen des Patienten automatisch aus. "Dies geschieht in Echtzeit. Die hochenergetischen Strahlen werden jeweils erst nach der Korrektur ausgesandt", erläutert Muacevic. Die technische Einheit misst auch die Atemfrequenz des Patienten und gleicht diese Bewegung ebenfalls aus.

Der von Kuka stammende Roboterarm, an dem ein kompaktes Bestrahlungsgerät befestigt ist, ist so beweglich, dass auch ungünstig gelegene Körperpartien erreicht werden können. Je nach Beschaffenheit der Geschwulst, könne dem Patienten sogar eine offene OP erspart werden: "Das Cyberknife ist in bestimmten Fällen eine Alternative zur Gehirnoperation, wobei das übliche Procedere aus Krankenhausaufenthalt, Intensivbehandlung und Reha entfällt", sagt Muacevic.

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