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19.04.2008 

Die Organisation zur Technikförderung, Nedo, kümmert sich nicht nur um Roboter. Sie steht für die Bemühungen der Regierung, die Lücke zwischen Grundlagenforschung und Anwendung zu schließen. Gerade an der Grundlagenforschung hapert es: Traditionell bezahlen die Großunternehmen ihre Forschung komplett selbst, zwei Drittel aller Wissenschaftler arbeiten in Japan in der Industrie. Deshalb achten die Firmen stärker auf das Produkt als auf die nötige Arbeit auf grundsätzlicher Ebene. Zwar sind die Unis in den Achtzigerjahren in die Grundlagenforschung eingestiegen. Doch von dort zur Marktreife klafft eine Lücke.

Nedo erhält seinen Etat vom Ministerium für Wirtschaft und Industrie (Meti) und bringt Professoren und Forschungsleister an einen Tisch. Die Organisation vergibt Mittel an Institute und subventioniert wenn nötig auch Privatunternehmen. In den Achtzigerjahren wollte Japan noch den Erfolg der Industrie zentral von den Ministerien aus steuern. Von diesem speziellen industriepolitischen Ansatz ist man jedoch in den Neunzigerjahren abgerückt– der Sonderweg ist Vergangenheit. „Japan kann sich hier keine Vorteile verschaffen“, sagt Schulz. Auch die Prioritäten in Robotik, neue Energiequellen, Biotechnik und Nanoanwendungen zielen heute fast überall auf der Welt in eine ähnliche Richtung.

Doch die Folgen der Förderpolitik aus den Achtzigerjahren sind noch immer sichtbar: Denn davon profitierten besonders Großunternehmen. Sie strotzen heute vor Kraft, während anders als in Deutschland die kleineren Unternehmen hinterherhinken. Das größte Problem der Mittelständler ist ihre geringe internationale Ausrichtung. „Sie haben daher Schwierigkeiten, komplexe Forschung zu finanzieren“, sagt Schulz vom Fuji-tsu-Institut. Zudem seien sie häufig schlecht organisiert. Hinzu komme: „Ihre Kunden sind die Großunternehmen, die selbst komplexe Technologien entwickeln.“ Für die mittelständischen Firmen bleibe daher nur der überschaubare einheimische Markt – und für den lohnt der hohe Aufwand nicht. Das Wirtschaftsministerium habe das Problem erkannt, eine Lösung zeichnet sich jedoch bislang nicht ab.

Im Vergleich mit Deutschland zeigt sich auch eine gemeinsame Schwäche: Zwar stehen beide Länder in der Mittel- und Hochtechnologie sehr gut da. Doch die absolute Spitzenklasse wie Bio- oder Nanotechnik überlassen beide weiterhin den USA.

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