Die Forscher wollen Rechner verwenden, die zu Tausenden in Eigenheimen, Firmen und Bildungseinrichtungen stehen. Das so genannte Quake Catcher Network (QCN) befindet sich derzeit in den Regionen San Francisco und Los Angeles in einer Beta-Phase mit mehreren Hundert Rechnern, berichtet das Magazin „Technology Review“.
Dabei handelt es sich um ein verteiltes Netz, wie es beim „Seti@Home“-Projekt zur Suche nach außerirdischem Leben oder „Folding@Home“ zur medizinischen Protein-Forschung im Einsatz ist. Die beteiligten Rechner, auf denen eine von den Wissenschaftlern ausgegebene Software läuft, überwachen ständig Bewegungen und melden schwere Erdstöße an einen zentralen Server.
Das QCN konzentriert sich zunächst auf die Regionen San Francisco und Los Angeles, die als besonders erdbebengefährdet gelten. Hunderte High-Tech-Seismographen sind in Kalifornien bereits im Einsatz, doch sind sie relativ weit voneinander entfernt aufgestellt. Das neue Netzwerk soll sie nicht ersetzen, sagt Geologieprofessor Paul Davis von der University of California in Los Angeles, der das QCN-Projekt beobachtet. Lücken lassen sich so aber schließen.
Die Sensoren in Erdbeben-Regionen wie Kalifornien stehen jeweils mehrere Kilometer voneinander entfernt. Davis glaubt deshalb, dass mit an das QCN angeschlossenen Rechnern in solchen Regionen zusätzliche Informationen gesammelt werden können, wie sich die Erdstöße über die betroffene Region verteilen.
Einige Forscher haben allerdings Zweifel daran, dass solche Daten tatsächlich brauchbar sein können. Egill Hauksson, leitender Forschungsassistent für Geophysik am California Institute of Technology (Caltech), der am professionellen seismografischen Netzwerk für Südkalifornien mitarbeitet, erwartet erst ab einer großen Anzahl von Messwerten ordentliche Ergebnisse.
