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08.05.2007 

Das Problem ist, die Kraft der Wellen oder der Gezeiten nutzbar zu machen. Als die Regierung in Edinburgh im Februar in einer weiteren Förderrunde 13 Mill. Pfund verteilte, teilten sich nicht weniger als neun verschiedene Systeme den Kuchen. Alle sollen in der Wiege der Wellenenergie, dem European Marine Energy Centre auf den Orkney Inseln, getestet werden.

4,1 Mill. Pfund Fördermittel erhielt eine neue Tochter von Scottish Power. Sie soll schon im Herbst ein Drei-Megawatt-Kraftwerk ans Netz bringen. Zum Einsatz kommt dabei die von Ocean Power Delivery entwickelte „Pelamis“, eine „Seeschlange“ aus Stahlzylindern, die die Wellenbewegung über Scharniergelenke, Hydrauliksysteme und Generatoren in elektrische Energie umwandelt. Auch am „Wave Hub“ in Cornwall soll „Pelamis“ mit einer Fünf-Megawatt-Anlage zum Zuge kommen, die unter anderen von Eon finanziert wird. Ebenfalls gefördert wurde die „Archimedes Wave Swing“ von AWS Ocean Energy, eine 600 Tonnen schwere Boje mit einem Megawatt Leistung. Hier wird die Wellenbewegung genutzt, um mit komprimierter Luft eine Turbine anzutreiben. Andere Systeme nützen Tidenströme.

Bis Praxistests Auskunft über Robustheit, Effizienz und das Preis-Leistungs-Verhältnis der verschiedenen Konkurrenzmodelle geliefert haben, halten sich viele Investoren aber noch zurück: „Es wird wohl mindestens zehn Jahre dauern, bis wir wissen, was bei der Wellenenergie das Äquivalent zum heutigen Windgenerator mit drei Rotorblättern sein wird“, mahnt David Jones, Chef von Allianz Specialized Investments, zur Geduld. Risikokapitalgeber und industrielle Geldgeber sind da schon mutiger: Ihre Investitionsaktivitäten haben sich in den letzten Monaten spürbar beschleunigt. So übernahm Finavera im Sommer 2006 die britische Aquaenergy Group mitsamt ihrer „Aquabuoy“-Technologie für vier Mill. Dollar. Und Ocean Power Delivery, die mit der „Pelamis“ das kommerziell am weitesten entwickelte System auf dem Markt hat, konnte im Februar bei einer Investorenrunde 13 Mill. Pfund einsammeln – unter anderem ist General Electric beteiligt.

Finavera-Chef Bak blickt schon weit in die Zukunft. Obwohl der kommerzielle Prototyp seiner „Aquabuoy“ in Oregon noch gar nicht gebaut ist, plant der Unternehmer bereits Wellenkraftwerke in Kanada, Portugal und Südafrika.

Er ist überzeugt, dass die Anbieter künftig mit verschiedenen Wellenenergie-Systemen um Marktanteile kämpfen werden. Wie beim Kampf der Videoformate VHS und Betamax werde nicht unbedingt die bessere Technologie gewinnen, sondern jene, die am schnellsten auf dem Markt sei – oder auf dem Meer.

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