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01.02.2007 
Farbe als Attraktivitäts-Faktor

Sympathie beeinflusst Artenschutz

Mit dem wachsenden Einfluss des Menschen auf alle Lebensräume der Erde werden menschliche Vorlieben über das Weiterleben vieler Arten entscheiden. Doch welche Faktoren sind ausschlaggebend?

HB DÜSSELDORF. Eine in der Zeitschrift „Human Ecology“ veröffentlichte Studie zeigt, dass in manchen Fällen selbst Kleinigkeiten wie kleine farbige Strähnchen im Fell eines Tieres entscheidend sein könnten. Im Falle von Pinguinen zeigt es sich, dass diejenigen bei Menschen am beliebtesten sind, die im Federkleid warme Farben wie Rot, Orange oder starkes Gelb aufweisen. David Stokes von der Universität von Washington in Bothell und seine Studenten berechneten die Beliebtheit verschiedener Arten, indem sie Fotos in vier populären Bildbänden über Pinguine untersuchten. Die Auswahl, die Anzahl und die Abbildungsgröße der Bilder waren vermutlich durch die persönlichen Vorlieben der Herausgeber ebenso bestimmt wie durch ihre Vermutungen, was beim Publikum gut ankomme. Die Beliebtheitsranglisten waren sehr ähnlich in allen vier Büchern. Das lässt vermuten, das die menschlichen Vorlieben sich gleichen.

An der Spitze stehen Kaiser-Pinguine, die Hauptdarsteller in dem Film „Die Reise der Pinguine“, und ihre nahen Verwandten, die Königs-Pinguine. Am Ende stehen Adelie-, Gelbaugen- und Kleine Blaue Pinguine. Die beliebtesten zeigen warme Farben an Oberkörper, Nacken und Kopf. „Pinguine haben es gut, denn sie sind bei den Menschen beliebt. Das trifft aber nicht auf 99,9 Prozent aller Arten zu“, sagt Stokes.

Einige der insgesamt 17 Pinguin-Arten sind vom Aussterben bedroht. Sie kämpfen mit Folgen des Klimawandels, veränderter Nahrungslage und der Begegnung mit Menschen und deren Aktivitäten in ihrem Lebensraum, etwa Öl-Bohrinseln.

Die Farbe ist nicht der einzige Attraktivitäts-Faktor. Größe und Abmessungen des Körpers können ebenso eine große Rolle spielen. Vor allem Tiere, die dem Kleinkind-Schema entsprechen, also mit relativ großen Augen und großem Kopf, sind bei Menschen beliebt.

Die Studie soll ein Signal für Artenschützer sein, die Rolle der Beliebtheit, auch bei ihnen selbst, nicht zu unterschätzen, wenn es um Entscheidungen geht, wie mit Arten umzugehen ist. „Es gibt große Unterschiede in unseren Gefühlen für Lebewesen“, sagt Stokes. „Diese werden eine große Rolle bei der Auswahl spielen, was wir bewahren.“

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