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10.03.2007 
Wissenschaft

Wunsch nach Nachkommen oft schon in Kindheit angelegt

NachwuchsLupe

Die Hand eines Säuglings umklammert den Finger eines Erwachsenen (Symbolbild). Quelle: dpa

dpa OSNABRüCK. Der Wunsch nach Nachkommen wird laut einer Studie der Universität Osnabrück oft schon in der Kindheit angelegt. Ein wesentlicher Faktor für den Kinderwunsch von Männern und Frauen sei eine schon in Kindertagen entwickelte „Fürsorge-Motivation“.

Das sagte der Entwicklungspsychologe Athanasios Chasiotis der dpa über die kulturvergleichende empirische Untersuchung. „Diese Haltung ist ein unbewusstes Bindeglied, aus dem sich der Wunsch nach Kindern entwickelt“. Diese Fürsorge-Neigung sei vor allem bei Männern und Frauen vorhanden, die in ihrer Kindheit jüngere Geschwister hatten und in der Zeit diese Obhut-Haltung entwickelt hätten.

„Die Entwicklung einer Fürsorge-Motivation ist sicher nicht der einzige Faktor für eine Elternschaft“, sagte Chasiotis. Doch sei es ausweislich der Studie eine wesentliche, bisher noch nicht ausreichend gewürdigte entwicklungspsychologische Einflussgröße. Andere Faktoren seien etwa die aktuelle wirtschaftliche Lage, der richtige Partner oder sozialpolitische Umstände wie das Angebot an Krippenplätzen. Die Entwicklung einer unbewussten Kinderliebe erkläre auch, warum Menschen trotz der oft auf die negativen Aspekte der Elternschaft beschränkten öffentlichen Diskussion gerne Kinder bekommen und Eltern werden wollen.

Der Psychologe berichtete, die Zusammenhänge seien in einer Studie in drei Ländern mit 600 befragten Männern und Frauen empirisch belegt worden. Jeweils 200 Menschen wurden in Deutschland, Costa Rica und in Kamerun befragt. Der Zusammenhang zwischen einer im Umgang mit jüngeren Geschwistern entwickelten Fürsorge-Motivation, Kinderliebe und der Elternschaft sei dabei in jeder untersuchten Kultur sowie bei Männern und Frauen nachgewiesen werden.

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